Höhlenrettung: Thailändische Jugendfußballmannschaft harrt weiterhin aus

Nach neun Tagen wurden die zwölf Kids und ihr Trainer lebend gefunden. Doch sie müssen möglicherweise noch mehrere Wochen in der Höhle festsitzen.

Zwölf Jugendliche des Fußballvereins „Moo Pa" und ihr Trainer unternahmen am 23. Juni einen Ausflug in die Tham-Luang-Höhle. Nach heftigen Regenfällen wurde die Gruppe von ansteigenden Wassermassen in der Höhle eingeschlossen. Die Suche war äußerst schwierig und musste aufgrund der schlechten Sicht und enger Gänge mehrmals unterbrochen werden. Glücklicherweise konnten sich die Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren sowie der 25-jährige Trainer auf einen erhöhten Standort flüchten.

Ausgehungert, aber wohlauf

Taucher haben die Vermissten nun ausgehungert, aber wohlauf gefunden. Auf den veröffentlichten Aufnahmen sieht man die Jungs erschöpft in die Kamera lächeln. Bei den Tauchern handelt es sich um zwei Briten, die nach Thailand flogen um bei der Suchaktion zu helfen. Über tausend Helfer waren an der Suche beteiligt: neben thailändischen Armeetauchern auch Experten aus den USA, China, Australien und England.

Finale Rettung lässt auf sich warten

Aufgrund der schwierigen Bedingungen könnte es aber trotzdem noch mehrere Wochen dauern, bis die Eingeschlossenen aus der Höhle geborgen werden können. Der Wasserspiegel in der Höhle ist noch zu hoch. Die Rettungskräfte versorgen die Verunglückten derzeit mit Nahrung und Sauerstoff. Von den vorbereiteten Essensrationen kann sich das Team im Ernstfall vier Monate lang ernähren. Für die Vermissten und deren Familien heißt es also weiterhin warten. Der Vater eines der verunglückten Jungen ist überglücklich über das Lebenszeichen der Vermissten, zeigt sich aber auch besorgt darüber, wie sein Kind dieses Erlebnis seelisch verkraften wird.

Crash-Tauchkurs?

Da der Wasserstand in der Höhle vermutlich nicht so schnell absinken wird, gibt es die Überlegung, den Jugendlichen und ihrem Coach das Tauchen beizubringen, sobald sie wieder bei Kräften sind. So könnten die Eingeschlossenen von den Rettungshelfern aus der Höhle geführt werden. Der Rettungs-Experte Anmar Mirza sieht jedoch ein hohes Risiko: „Höhlentauchen ist eine der gefährlichsten Formen des Tauchens. Nur extrem erfahrene Taucher können diese schwierige Aufgabe bewältigen. Die Kinder würden dabei in Lebensgefahr gebracht werden." Stattdessen sollten die Kids und ihr Trainer solange mit Sauerstoff und Nahrung versorgt werden, bis es der Wasserspiegel erlaubt, sie zu Fuß zu befreien. Doch die Zeit rennt und ein anderes Problem könnte die Rettung zusätzlich erschweren: der Monsunregen, der von Juni bis September für weitere heftige Niederschläge sorgt.
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