Britin stirbt an Nervengift Nowitschok

Die 44-Jährige war vergangene Woche gemeinsam mit ihrem Partner mit Vergiftungssymptomen in eine Klinik eingeliefert worden. Wie Scotland Yard mitteilte, starb Dawn Sturgess nun in Folge der Vergiftung. Ihr Partner befindet sich weiterhin in einem kritischen Zustand.

Verbindung zum Skripal-Anschlag
Das Paar aus Amesbury kam in den Kontakt mit demselben Giftstoff, mit dem der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter vergiftet wurden. Skripal (67) und seine Tochter Julia (33) wurden im März bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury gefunden, das sich nur 13 Kilometer von Amesbury befindet. Beide überlebten den Giftanschlag und befinden sich nun an einem geheimen Ort. Russische Geheimdienstagenten wurden für den Mordversuch verantwortlich gemacht. Höchstwahrscheinlich ist das Paar, das Berichten zufolge Drogen konsumiert, versehentlich mit Resten des Giftes in Berührung gekommen, etwa durch ein Fläschchen oder eine Spritze. Die Polizei ermittelt nun wegen Mordes. Sechs Areale in Amesbury und Salisbury wurden abgesperrt, in denen sich das Paar kurz vor der Vergiftung befunden hatte.

Nowitschok - Tödliches Nervengift
Nowitschok ist eines der tödlichsten Nervengifte, die es gibt. Sowjetische Forscher erfanden den Kampfstoff heimlich in den 1970er- und 80er-Jahren. Über das Nervengift, das zu deutsch so viel wie „Neuling" heißt, besteht noch viel Unklarheit. Sicher ist jedoch, dass die Wirkung des Giftes extrem stark ist und die Überlebenschancen sehr gering sind. Innerhalb von wenigen Stunden kann Nowitschok zum Erstickungstod führen. Es gelangt über die Haut oder die Atemwege in den Körper und ist nur schwer nachzuweisen.

Premierministerin May ist „entsetzt und schockiert"
Die britische Premierministerin Theresa May äußerte sich zum Tod von Dawn Sturgess mit den Worten: „Ich bin entsetzt und schockiert." Nach dem Attentat auf Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter bezog May klare Stellung und machte Russland für den versuchten Mord verantwortlich. Als Konsequenz wurden 23 russische Diplomaten aus Großbritannien ausgewiesen. Außerdem entschied sie, dass Regierungsvertreter und Mitglieder des Königshauses aufgrund des Attentates nicht bei der Fußball-WM in Russland erscheinen würden. Nun steht England im Halbfinale der WM und wird vermutlich ohne die Unterstützung Mays im Stadion gegen Kroatien antreten müssen.
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