Waldbrände in Griechenland fordern zahlreiche Todesopfer

Durch die verheerenden Brände nahe Athen sind mindestens 49 Menschen ums Leben gekommen. Viele Personen werden noch vermisst.

Notstand im Großraum Athen
Seit Montag kämpft die Feuerwehr im Osten und Westen der griechischen Hauptstadt gegen zahlreiche Brände. Es herrschen Temperaturen um die 40 Grad und starke Windböen, die die Ausbreitung des Feuers begünstigten. Der erste Brand war in einem Pinienwald in der Nähe von Kineta ausgebrochen, 50 Kilometer westlich von Athen. Ein zweiter in der Region Penteli, nordöstlich der Hauptstadt. Mehr als 600 Feuerwehrleute und 300 Fahrzeuge sind im Einsatz. Die meisten Brände konnten in der Nacht unter Kontrolle gebracht werden, nachdem die Winde nachgelassen hatten.

Tausende Menschen betroffen
"Es ist das schlimmste Szenario eingetreten", sagte Giannis Kapakis, Chef des griechischen Zivilschutzes. Über 150 Personen wurden verletzt, von denen viele in Lebensgefahr schweben. Mehrere Personen werden noch vermisst, darunter auch Touristen. Es wird damit gerechnet, noch weitere Leichen zu bergen. Viele konnten nicht mehr rechtzeitig fliehen und wurden in ihren Häusern oder Autos von den Flammen eingeschlossen. Augenzeugen berichteten, dass es keinen Ausweg gab. Die Straßen waren verstopft und Panik brach aus. „Man konnte nicht atmen. Es war schrecklich", berichtet ein Mann. Viele der Flüchtenden konnten sich an den Strand retten und im Wasser den Flammen entgehen. Mehr als 700 Menschen wurden an den Stränden und Küstenabschnitten in Sicherheit gebracht.

Hilfe von der Europäischen Union
Spanien und Zypern sicherten Griechenland ihre Unterstützung mit Feuerwehrleuten und Löschflugzeugen zu. "Wir tun alles Menschenmögliche, um diesen Bränden zu begegnen", sagte Ministerpräsident Alexis Tsipras , der seinen Besuch in Bosnien vorzeitig abbrach um eine Krisensitzung einzuberufen.

Verdacht der Brandstiftung
In den heißen und trockenen Sommermonaten sind Waldbrände in Griechenland keine Seltenheit. So kamen 2007 über 60 Menschen bei Waldbränden ums Leben. Da die aktuellen Brände jedoch fast zeitgleich an mehreren Stellen ausbrachen, könnten Kriminelle absichtlich Feuer gelegt haben, um verlassene Häuser zu plündern.
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