Schaden in Milliardenhöhe: Ernteausfälle durch Hitze

Die anhaltende Hitzewelle macht derzeit ganz Deutschland zu schaffen. Besonders hart trifft es jedoch die Landwirte. Viele Bauern befürchten durch die karge Ernte hohe Verluste .



Der Deutsche Bauernverband (DBV) spricht von der "schlechtesten Ernte" des Jahrhunderts. Betroffen sind Getreide, Raps, Kartoffeln oder Grünfutter. Besonders gravierend sind die Auswirkungen der Dürre im Norden und Osten von Deutschland. Nur einige Regionen im Süden sind nicht betroffen.

Schaden von 1,4 Milliarden Euro

Der Bauernverband fordert, den Notstand auszurufen. Joachim Rukwied, Präsident des Bauernverbandes, geht von Schäden in Milliardenhöhe aus: "Allein beim Getreide gibt es einen Ausfall von 1,4 Milliarden Euro. Die Rüben, das Gemüse, die Kartoffeln - alles leidet. Der Mais ist nur 30 bis 40 Zentimeter hoch." Er fordert eine Milliarde Euro, um die Schäden auszugleichen. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zeigt sich besorgt über die Ernteausfälle. "Es zeichnen sich geringere Getreideerträge, starke Trockenschäden bei Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben ab. Viele Viehhalter haben Not, ihre Tiere zu versorgen, weil das Gras als Futter fehlt." Ende August wird sie den Erntebericht vorlegen.

Diese Produkte könnten teurer werden

Die hohen Ernteausfälle könnten zu höheren Produktpreisen führen. "Eine existenzbedrohliche Krise kann nur gemildert werden durch eine schnelle und faire Anhebung der Erzeugerpreise", so die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Die Milchbauern haben bereits deutlich höhere Milchpreise gefordert. "Nötig wären 41 Cent pro Liter", sagt Hans Foldenauer, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM). Auch Kartoffeln und Kartoffelprodukte könnten durch Qualitätsprobleme und Engpässe teurer werden. Derzeit wird bei Kartoffeln mit Ernteausfällen von bis zu 40 Prozent gerechnet, so der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK). Durch die Dürre stellen die Kartoffeln das Wachstum ein, wodurch die Knollen klein blieben. Für die Produktion von Pommes Frites oder Chips werden jedoch besonders große Knollen benötigt. Preissteigerungen könnten auch Herbstgemüse wie Bohnen und Erbsen betreffen.

Bier-Brauer und Winzer profitieren

Während die heiße Wetterlage für den Großteil der Landwirte gravierende Auswirkungen hat und in Existenznot treibt, freuen sich einige Obstbauern, Bier-Brauer und Winzer. So startet die Traubenlese in diesem Jahr mit dem 6. August so früh wie noch nie. Durch die Wärme ist die Reifeentwicklung der Trauben weit fortgeschritten.
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