Umfragetief: Kein Rückhalt für Putin

Laut einer aktuellen Befragung vertrauen nur noch 39 Prozent der Russen ihrem Präsidenten.


Die Zustimmungswerte für Russlands Staatschef Wladimir Putin sind auf einen neuen Tiefststand gesunken. Dies geht aus einer jüngst veröffentlichten Umfrage des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Lewada hervor. Nur 39 Prozent der im September befragten Russen gaben an, ihrem Präsidenten zu vertrauen. Im Juni waren es noch neun Prozentpunkte mehr gewesen. Die Befragung wurde vom 20. -26. September in 52 Regionen Russlands durchgeführt. Insgesamt nahmen 1.600 Menschen daran teil. Sie wurden aufgefordert, fünf oder sechs Politiker zu nennen, denen sie am meisten ver- beziehungsweise misstrauen.

Schlechtestes Umfrageergebnis seit 2014

Als Ergebnis steht Putins schlechtestes Umfrageergebnis seit der Krim-Annexion im Jahr 2014. Nach der Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim im März 2014 waren seine Zustimmungswerte vorübergehend von 36 auf 51 Prozent gestiegen. Auch Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Außenminister Sergej Lawrow fielen in der Gunst der Bevölkerung. Putins jetziges Umfragetief ist vermutlich eine Folge der kürzlich erfolgten Anhebung des Pensionsalters in Russland.

Umstrittene Pensionsreform

Die Erhöhung des Pensionsalters sieht vor, dass Männer anstatt mit 60 nun erst mit 65 Jahren und Frauen anstatt mit 55 von jetzt an mit 60 Jahre in den Ruhestand treten. Frauen mit drei oder mehr Kindern dürfen jedoch früher in Rente gehen. Die Reform wurde in der vergangenen Woche in Kraft gesetzt. Gegen die Pensionsreform hatte es massive Proteste gegeben. Zum Vergleich: In Deutschland liegt das Renteneintrittsalter für Arbeitnehmer, die nach 1964 geboren sind, bei 67 Jahren.

Viele Männer werden nicht älter als 65

Letztmals wurde das Rentenalter in Russland vor 90 Jahren angehoben. Im Durchschnitt werden russische Männer nicht älter als 65 Jahre – somit würden mit dem neuen Renteneintrittsalter viele Russen ihren Ruhestand nicht mehr erleben. In Russland sind die Renten niedrig und oft nicht mehr als ein Zuschuss zum Leben. So arbeiten schätzungsweise 40 Prozent der Rentner als Putzhilfen oder Wachleute - oftmals schwarz.

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