Explosion vor AfD-Büro in Döbeln

Es wird in alle Richtungen ermittelt, jedoch deutet vieles auf eine politisch motivierte Tat hin. Drei Tatverdächtige wurden inzwischen festgenommen.


Vor dem AfD-Parteibüro in der sächsischen Stadt Döbeln hat sich am Donnerstagabend gegen 19:20 Uhr eine Explosion ereignet. Dabei wurde ein erheblicher Sachschaden verursacht, sowohl am Büro als auch an zwei weiteren Gebäuden sowie zwei parkenden Autos. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Region um Döbeln ist eine Hochburg der rechten Szene. Unter anderem ist hier die NPD aktiv.

Genaue Hintergründe noch unklar

Ein Sprecher der Polizeidirektion in Chemnitz sagte, es werde wegen eines mutmaßlichen Anschlags ermittelt. Möglich ist aber auch, dass ein größerer Feuerwerkskörper explodiert ist, da bei dem Knall „Lichtblitze wie beim Feuerwerk" zu sehen gewesen waren. Zeugen beobachteten einen Mann, der kurz vor der Explosion etwas in eine Mülltonne am Straßenrand gelegt habe. Laut Zeugenaussagen seien mehrere Verdächtige zu einem Auto geeilt und davongefahren.

Drei Tatverdächtige festgenommen

Aus „ermittlungstaktischen Gründen" gab die Polizei zunächst keine Angaben zu den möglichen Verdächtigen. Inzwischen sind laut LKA Dresden drei Tatverdächtige festgenommen worden. Es handelt sich um deutsche Staatsbürger im Alter von 29, 32 und 50 Jahren. Eine Sprecherin des LKA Sachsen sagte, dass es sich wahrscheinlich um eine politisch motivierte Tat handele. Es werde aber in alle Richtungen ermittelt. Der Staatsschutz untersucht den Fall ebenfalls.

„Dieser Anschlag schadet der Demokratie"

Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) kommentierte auf Twitter: „Gewalt gehört nicht zu den Mitteln der Demokratie. Die AfD muss politisch bekämpft werden und nicht mit Sprengkörpern. Dieser Anschlag hilft der AfD und schadet der Demokratie."

Nicht der erste Angriff auf die AfD

Es ist nicht der erste Anschlag, der gegen die AfD verübt worden ist. Im September wurde die Zentrale der Partei in Chemnitz sowie das Büro des AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier in Dresden mit Farbe beschmiert. Mitte Dezember wurde das AfD-Büro im sächsischen Borna (etwa eine Fahrtstunde von Döbeln) durch Unbekannte beschädigt.

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