SPD fordert Recht auf Homeoffice

Die SPD möchte es Arbeitnehmern erleichtern von zu Hause aus zu arbeiten und plant eine entsprechende gesetzliche Regelung.



Das Recht auf Homeoffice ist eines von vielen Vorhaben, die die SPD derzeit durchsetzen möchte. Grundrente, längeres Arbeitslosengeld, eine Kinder-Grundsicherung und nun auch Homeoffice für alle. Die Sozialdemokraten sind in einem regelrechten Reformeifer.

Geplantes Spitzentreffen

"Wir werden ein Recht auf mobiles Arbeiten und Homeoffice gesetzlich verankern, damit mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von den digitalen Vorteilen profitieren können", heißt es in einem Strategiepapier der Partei, das der Funke Mediengruppe vorliegt. Die Sozialdemokraten möchten Beschäftigte besser schützen - etwa vor einer ständigen Erreichbarkeit. Weiterhin ist geplant, dass Arbeitnehmer ihre Überstunden auf ein persönliches Zeitkonto verbuchen und sie später in Freizeit umwandeln können.

Nach ihrem Spitzentreffen will die SPD prüfen, welche Vorschläge mit den Koalitionspartnern CDU und CSU realisiert werden können. Die beiden Schwesterparteien haben bereits scharfe Kritik geäußert.

Neben den Plänen zu Homeoffice wird bei dem Treffen der SPD-Spitze auch die "Sozialstaatsreform 2025" Thema sein. Parteichefin Andrea Nahles möchte die von Gerhard Schröder eingeführte Hartz-IV-Reform kippen und plant, Arbeitslosen mehr Geld zu zahlen.

Der ersehnte Weg aus der Krise?

Die SPD steckt in einer tiefen Krise und sucht fieberhaft nach einem Weg, das verloren gegangene Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. In jüngsten Umfragen erreichten die Sozialdemokraten gerade einmal 15 Prozent.

Parteichefin Nahles steht unter immensem Druck, die SPD wieder auf Kurs zu bringen. Altkanzler Gerhard Schröder spricht in Hinblick auf Nahles' Arbeit von Inkompetenz und „Amateurfehlern". Dem Meinungsforschungsinstitut Civey zufolge glauben satte 73,3 Prozent der SPD-Anhänger nicht daran, dass Nahles die Partei aus der Krise führen kann.

Mögliche Arbeitsbedingungen der Zukunft

Arbeitsbedingungen in der Zukunft könnten vielleicht auch ein kürzere Arbeitswoche bedeuten. Ein neuseeländisches Unternehmen hat innerhalb eines Zeitraums von acht Wochen seine Produktion durch eine verkürzte Arbeitswoche um 20% steigern können. Weniger Arbeit erhöht die Produktivität, so die These. Mehr dazu im Video.

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