Neues BND-Quartier in Berlin eröffnet

Teile des Geheimdienstes bleiben allerdings im bayerischen Pullach, dem alten Sitz des BND.



Rund 4.000 der insgesamt 6.500 BND-Mitarbeiter beziehen in dem riesigen Neubau mit einer Grundfläche von etwa 260.000 Quadratmeter nun ihren neuen Arbeitsplatz in Berlin Mitte.

Mit der Eröffnung der neuen BND-Zentrale endet ein viel kritisiertes Projekt. Der Bau dauerte mit elf Jahren deutlich länger als geplant und kostete mit 1,1 Milliarden Euro auch mehr als ursprünglich kalkuliert. Kritiker empörten sich über den wenig verantwortungsbewussten Umgang mit Steuergeldern.

„Serverraum noch beeindruckender als das Atrium"

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich über den neuen BND-Sitz begeistert: "Der Serverraum ist noch beeindruckender als das Atrium." Von außen wirkt die Zentrale des Geheimdienstes aus Beton und Stahl eher kühl und trist. Auffällig sind nur die zwei Palmen aus Stahl, bei denen es sich um Kunstwerke handelt - auch wenn Verschwörungstheoretiker mutmaßen, es seien getarnte Abhöranlagen.

Deutschland braucht einen zuverlässigen Geheimdienst

Zur offiziellen Eröffnung der neuen BND-Zentrale hat die Kanzlerin die Wichtigkeit des Nachrichtendienstes, der zuletzt viel in der Kritik stand, betont. Deutschland brauche "einen starken und leistungsfähigen Auslandsnachrichtendienst dringender denn je". Verlässliche Quellen und Informationen seien gerade in Zeiten von Krisen wichtig. Eine besondere Herausforderung stelle die Erkennung von Falschnachrichten und die Bedrohung durch Cyberattacken dar, so Merkel. "Wir müssen lernen, mit Fake News als Teil der hybriden Kriegsführung umzugehen."

"Technische Aufklärung" muss in Bayern bleiben

Der skandalumwitterten Abteilung "Technische Aufklärung" bleibt die Berliner Luft verwehrt. Sie bleibt wie gehabt im oberbayerischen Pullach. Wie der NSA-Untersuchungsausschuss herausfand, hatte die umstrittene BND-Einheit massenhaft Millionen Menschen ohne Anlass ausspioniert.

Ex-BND-Chef Gerhard Schindler kritisiert die Entscheidung der Teilung, für die es keinen nachvollziehbaren Grund gebe. Es erschwere die Dienstaufsicht und die Zusammenarbeit mit der Zentrale in Berlin. Die Entscheidung, den BND-Sitz in die Hauptstadt zu verlegen, wurde 2003 damit begründet, dass der Geheimdienst näher an der Bundesregierung sein müsse.

Wie es aussieht, wenn ein Geheimdienst umzieht, zeigt das Video.

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