Betrugsskandal: Promis sollen Elite-Unis bestochen haben

Zu den Beschuldigten zählen auch "Desperate Housewives"-Star Felicity Huffman und "Full House"-Darstellerin Lori Loughlin.



Um ihren Kindern einen Platz an einer Elite-Uni zu sichern, sollen 50 wohlhabende und zum Teil prominente US-Amerikaner renommierte Hochschulen bestochen haben. Die Staatsanwaltschaft Boston erhob Anklage gegen 50 Beschuldigte. Darunter Firmenchefs, Unternehmer sowie auch Fernsehstars.

Der größte Betrugsskandal seiner Art

Unter dem Decknamen "Operation Varsity Blues" gab es landesweite FBI-Ermittlungen. Die US-Behörden sprechen vom größten Betrugsskandal dieser Art, der jemals zur Anklage gebracht wurde. Kinder reicher Eltern wurden etwa auf die Liste exzellenter Sportler gesetzt, obwohl sie nicht das nötige Talent hatten. Damit war garantiert, dass sie unabhängig von ihren Noten an der Universität aufgenommen wurden. "Für jeden Studenten, der durch Betrug aufgenommen wurde, ist ein ehrlicher und wirklich talentierter Student abgelehnt worden", sagte Staatsanwalt Andrew Lelling.

Schauspielerinnen Lori Loughlin und Felicity Huffman angeklagt

Die Schauspielerinnen Lori Loughlin, die in der Sitcom "Full House" mitspielt und Felicity Huffman, bekannt aus der Serie "Desperate Housewives", gehören zu den Beschuldigten. Huffman wurde in ihrem Haus in Los Angeles sogar festgenommen, befindet sich aber nach Zahlung einer Kaution wieder auf freiem Fuß. Ende März muss Huffman vor Gericht erscheinen. Laut Anklage soll die Schauspielerin 15.000 Dollar (ca. 13.000 Euro) Schmiergeld gezahlt haben. Die Antworten ihrer ältesten Tochter beim landesweiten Einstufungstest SAT sollten nachträglich aufgebessert werden. Lori Loughlin und ihr Mann, Modedesigner Mossimo Giannulli, sollen sogar 500.000 Dollar Bestechungsgeld gezahlt haben. Beide Töchter sollen als Ruderinnen ausgegeben worden sein, um sie so an der University of Southern California unterzubringen.

Ehemaliger Fußballtrainer deckt Skandal auf

Zwischen 2011 und Februar 2019 sollen insgesamt 25 Millionen Dollar an Sporttrainer und Verwaltungsangestellte renommierter Universitäten wie Stanford oder Yale geflossen sein. Eine in Kalifornien ansässige Studienberatungsfirma soll für die Abwicklung gesorgt haben. Der Bestechungsskandal wurde durch einen ehemaligen Fußballtrainer an der Universität Yale aufgedeckt. Er hat sich selbst schuldig bekannt. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft sind noch mehr Eltern in den Skandal verwickelt. Die Ermittlungen dauern an.

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