Der beste Lehrer der Welt kommt aus Kenia

Peter Tabichi, Lehrer in Kenia, ist auch unter schwierigsten Bedingungen eine Inspiration für seine Schüler. Für seine Arbeit wurde jetzt mit dem „Globe Teacher Award" ausgezeichnet.



10.000 Lehrer aus 179 Ländern haben sich beworben – und gewonnen hat ein Franziskanermönch. Der 36-Jährige ist mit dem „Globe Teacher Award" in Dubai zum besten Lehrer der Welt gekürt worden. Seine Mission ist klar: Wissenschaft ist der Weg. Aber das ist für den Kenianer, der in einem entlegenen Dorf unterrichtet, eine gewaltige Herausforderung. Ein Drittel seiner Schüler sind Waisen oder Halbwaisen und 95 Prozent seiner Schüler kommen aus ärmsten Verhältnissen. "Drogen, Teenager-Schwangerschaften, Kinderheiraten – alles das kann dazu führen, dass Schüler nicht mehr zur Schule kommen", sagt Tabichi. Er hält mit allem dagegen was er hat: Pater Peter spendet 80 Prozent seines Gehalts für die Schüler, damit diese in die Schule kommen und sich Schulbücher kaufen können.

Wissen ist der Weg

Es gehe nicht nur um Geld, sagte der Lehrer der BBC. Er möchte bei seinen Schülern Begeisterung für die Wissenschaft wecken: "Afrikas Jugend soll nicht länger durch niedrige Erwartungen zurückgehalten werden. Afrika wird Wissenschaftler, Ingenieure und Unternehmer hervorbringen, deren Namen eines Tages in jedem Winkel der Welt bekannt sein werden. Und Mädchen werden ein großer Teil dieser Geschichte sein."

Doch bis zu diesem Ziel ist noch ein weiter Weg. Der 36-Jährige unterrichtet zurzeit alleine 58 Schülerinnen und Schüler. Weil ihm in der Schule kein Internet-Anschluss zur Verfügung steht, fährt er regelmäßig in ein Internetcafé, um dort Unterrichtsmaterialien herunterzuladen. Und das mit Erfolg: Seine Schüler haben bereits bei nationalen und auch internationalen Wissenschaftswettbewerben teilgenommen - und gewonnen. Außerdem besucht der Physik- und Mathematiklehrer Familien, deren Kinder Gefahr laufen die Schule zu verlassen. Er will die afrikanische Gesellschaft davon überzeugen, wie wichtig Bildung für Jungen und besonders Mädchen ist.

Eine Million Dollar für den Mönch

Für sein Engagement wurde der Lehrer nun ausgezeichnet. Der Preis der "Varkey Foundation" ist mit einer Millionen US-Dollar dotiert und soll die Aufmerksamkeit und den Status des Lehrerberufs erhöhen. "Die tausenden von Nominierungen und Bewerbungen, die wir aus allen Teilen der Welt erhalten haben, zeugen von den Leistungen der Lehrer und den enormen Auswirkungen, die sie auf unser ganzes Leben haben", sagte der Stifter des Preises, Unternehmer Sunny Varkey. Und auch Peter Tabichi sieht die Auszeichnung als gutes Zeichen: "Es ist Morgen in Afrika. Der Himmel ist klar. Der Tag ist jung und es gibt eine leere Seite, die darauf wartet, geschrieben zu werden. Das ist Afrikas Zeit."

Im letzten Jahr gewann eine Lehrerin aus Großbritannien. Mehr dazu im Video.

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