Notre-Dame: Das verwundete Herz von Paris

Die Kathedrale wurde im Lauf ihrer langen Geschichte verwüstet und geplündert, verewigt in Film und Literatur. Sie ist Teil es Unesco-Weltkulturerbes und zieht jedes Jahr Millionen Touristen an. Notre-Dame ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt Paris.

Die Feuerwehr kämpfte die ganze Nacht mit den Flammen, bis am Dienstagmorgen die langersehnte Nachricht kam: Das Feuer ist vollständig gelöscht. Nun beginnt die Phase der Begutachtung.

Die Welt leidet mit Paris

Das Inferno von Notre-Dame löste im In- und Ausland tiefe Bestürzung aus. Der Sakralbau, der auf der Seine-Insel Île de la Cité im Herzen von Paris steht, ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Stadt. Jedes Jahr besuchen etwa 13 Millionen Besucher das Gebäude. Seit 1979 ist es Teil des Unesco-Weltkulturerbes.

Im Jahr 1183 wurde unter Bischof Maurice de Sully der Grundstein für das Pariser Monument gelegt. Bis zur Fertigstellung vergingen weitere 200 Jahre. Die Dimensionen des im gotischen Stil gebauten und der Jungfrau Maria geweihten Gotteshauses sind gigantisch: Die Kirche ist 127 Meter lang und 40 Meter breit. Der eingestürzte Mittelturm war ganze 93 Meter hoch und bis zu 10 000 Menschen fanden im Inneren Platz.

Verwüstung und Kriege

Im Jahr 1793 wurde die Kathedrale Notre-Dame de Paris, zu deutsch "Unsere Liebe Frau von Paris", von Frankreichs Revolutionären geplündert und verwüstet. Mitte des 19. Jahrhunderts rettete der Architekt Eugène Viollet-le-Duc das Gebäude mit seiner Restaurierung vor dem Verfall. Im 2. Weltkrieg konnte die 1944 geplante Sprengung der Kirche beim Abzug der deutschen Truppen aus Paris verhindert werden.

Victor Hugo verewigte Notre-Dame in der Literatur mit seinem 1831 erschienenen Roman "Der Glöckner von Notre-Dame". Der Erzählstrang, in dem sich der buckelige Glöckner Quasimodo in die schöne Esmeralda verliebt, wurde mehrfach verfilmt.

Bis heute in Benutzung

Bis zuletzt wurden Gottesdienste in dem Gotteshaus gefeiert. Allerdings haben Witterung und Luftverschmutzung dem Bau in der Vergangenheit stark zugesetzt. Daher war eine, größtenteils durch Spenden finanzierte, umfangreiche Sanierung geplant, welche nun wahrscheinlich den Großbrand auslöste. Frankreichs Präsident Emmanuel Marcron kündigte bereits an, man werde die Kirche so gut es nur geht wieder aufbauen.
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