Deniz Yücel: Im Gefängnis gefoltert

Der Journalist Deniz Yücel saß ein Jahr lang ohne Anklage in der Türkei in Haft. Nach eigenen Aussagen wurde er dort drei Tage lang gefoltert.


GERMANY-TURKEY-JOURNALIST

Deniz Yücel saß von Februar 2017 bis Februar 2018 in türkischer Haft - und das ohne jede Anklage. Nachdem Yücel letztes Jahr aus der Haft entlassen worden war, gab er seinen Fall an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Dieser prüft nun die Angelegenheit und forderte dafür eine schriftliche Aussage von Deniz Yücel, in der er seine Haft schildert. In dem Text gibt er an, dass er über drei Tage hinweg von Vollzugsbeamten gefoltert worden sei. Zu der Folter, die der Journalist im Hochsicherheitsgefängnis Silivri bei Istanbul erlitten haben soll, gehörten demnach Schläge, Tritte, Drohungen und Erniedrigungen. "Ich wurde im Gefängnis Silivri Nr. 9 drei Tage lang gefoltert", heißt es in seiner Aussage.

Deniz Yücel macht Erdogan verantwortlich

Der Journalist macht für seine Inhaftierung und die unmenschlichen Bedingungen seiner Haft vor allem den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan verantwortlich. Das sagte er in einer Aussage vor dem Amtsgericht in Berlin. Gegen Yücel läuft in der Türkei mittlerweile ein Prozess wegen angeblicher "Propaganda für eine Terrororganisation" aussagen darf der Journalist allerdings von Deutschland aus.
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