Der Mord an Walter Lübcke

Gerade noch hatte Kassels Regierungspräsident sein zehnjähriges Amtsjubiläum gefeiert, jetzt wurde der Politiker auf dem eigenen Grundstück ermordet.


Der hinterhältige Mord an Walter Lübcke ist noch lange nicht aufgeklärt. Bekannt ist, dass Lübcke in der Nacht zum Sonntag tot auf seiner eigenen Terrasse gefunden wurde. Der CDU-Politiker wurde, nach Angaben der Polizei, durch einen Kopfschuss aus nächster Nähe erschossen, denn Hinweise oder gar eine gefundene Waffe, die auf einen Suizid hingewiesen hätten, wurden nicht gefunden. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln in alle Richtungen, denn auch einen Verdächtigen gibt es nicht. Stundenlang flogen mehrere Helikopter über dem Stadtteil von Lübckes Wohnung in Wolfhagen-Istha. Am Tatort konnte ein Projektil einer Kurzwaffe sichergestellt werden, die Tatwaffe wurde jedoch nicht gefunden. Auch die Motive für die Tat fehlen.

Ihm wurde schon einmal gedroht

Auffällig ist allerdings die perfide Begeisterung aus der rechten Szene, die Lübckes Tod bejubeln und den 65-jährigen im Internet beleidigen. Lübcke wurde schon seit Jahren mit Morddrohungen konfrontiert. Im Jahr 2015 wurde er unter Polizeischutz gestellt, nach mehreren Todesdrohungen von Rechtsextremisten. Rechte Hassforen hatten ihn als Volksverräter verhöhnt und seine private Adresse im Internet verbreitet. Die Drohungen aus der rechten Szene basieren auf einer Stellungnahme Lübckes, in der er sich ausdrücklich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus positionierte. Ihm ginge es in unserer Gesellschaft vor allem um gemeinsame Werte und Nächstenliebe.

Provokationen aus der rechten Szene

Nach seinem Tod verbreiteten auch mehrere AfD-Portale die Meldung über den Mord. Dort provozierte die Nachricht vor allem mit einem damaligen Kommentar Lübckes zu einem friedlichen Zusammenleben in Deutschland. "Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen", hatte der CDU-Politiker damals gesagt und Rechtsextremisten damit klar in die Schranken verwiesen. Nach derzeitigen Ermittlungen gibt es allerdings von den Drohungen aus der rechten Szene aus dem Jahr 2015 noch keine Verbindungen zu dem aktuellen Verbrechen. Auf Grund von fehlenden Verdächtigen wird die Polizei auch in Richtung des privaten Umfelds von Lübcke ermitteln müssen.

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