Eskalation am Golf: Iran versucht, Briten-Tanker zu kapern

Die Region am Persischen Golf ist ein Pulverfass ... und die Lunte scheint bereits zu brennen. Nachdem der iranische Präsident in der vergangenen Woche Vergeltung angekündigt hatte, weil die britische Marine den iranischen Supertanker "Grace 1" mit zwei Millionen Barrel Rohöl auf dem Weg nach Syrien festgehalten hatte, um Sanktionen gegen den Diktator aufrechtzuerhalten, näherten sich jetzt nach US-Angaben mehrere bewaffnete Boote der iranischen Revolutionsgarden dem britischen Öltanker "British Heritage" - angeblich in der Absicht, ihn zu kapern.



Allein dem Einschreiten des britischen Kriegsschiffs "HMS Montrose" sei es demnach zu verdanken gewesen, dass die Boote nach einigen "Verbalen Warnungen" abdrehten und der Tanker seine Fahrt fortsetzen konnte. Das britische Verteidigungsministerium gab daraufhin eine Erklärung ab, in der es sich "beunruhigt" über die Aktion zeigte und die iranischen Behörden dringend aufforderte, "die Situation in der Region zu deeskalieren".

Iranische Behörden leugnen den Vorfall

Der iranische Außenminister leugnete den Vorfall umgehend. Es handele sich dabei um nichts weiter als "wertlose Unterstellungen", die Spannungen provozieren sollten. Auch die Revolutionsgarden wiesen die Vorwürfe zurück, eine derartige Attacke habe es nicht gegeben. Leitende US-Verteidigungsbeamte deuteten hingegen an, es gebe Luftaufnahmen des Zwischenfalls.

Amerikaner streben internationale Schutz-Lösung an

Die Amerikaner treiben Pläne für eine internationale Koalition zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus voran, über die ein Großteil des weltweiten Öltransports mit Tankern läuft. Gegen die Bedrohungen für die internationale Schifffahrt könne es nur eine gemeinsame Lösung geben. Da die gesamte Weltwirtschaft von sicheren Handelsrouten abhängig sei, müssten sich auch alle Nationen an den dafür nötigen Schutzmaßnahmen beteiligen. Vor den jüngsten Drohungen hatte es im Juni bereits zwei Angriffe auf westliche Öltanker gegeben. Auch damals hatte es Vorwürfe gegen den Iran gegeben, der aber die Verantwortung für die Vorfälle nicht übernahm.

Eine Entspannung in dem Konflikt ist derzeit nicht in Sicht, vor allem vor dem Hintergrund der Zuspitzung im Atomstreit zwischen den USA und dem Iran, der zuletzt die zulässige Obergrenze bei der Uran-Anreicherung überschritten hatte.

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