Überraschendes Manöver: AKK neue Verteidigungsministerin

Damit hatte kaum ein Beobachter gerechnet. Noch am Abend der Wahl von Ursula von der Leyen zur neuen EU-Kommissionspräsidentin präsentierte Bundeskanzlerin Angela Merkel der Öffentlichkeit eine Nachfolgerin: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer setzt sich auf den Schleudersitz an der Spitze des schwierig zu führenden Verteidigungsministeriums.


Was wie eine spontane Eingebung der Kanzlerin aussieht, dürfte allerdings von langer Hand vorbereitet worden sein. Wenn Angela Merkel den Deal wirklich mit Emmanuel Macron eingefädelt und dann in Seelenruhe mit angesehen hat, wie der konservative Kandidat Manfred Weber (CSU) scheitert, nur um dann die Lösung aus dem Hut zu zaubern, dann wäre dies demokratieästhetisch zwar höchst fragwürdig, aber dennoch eine taktische Meisterleistung.

Und Kramp-Karrenbauer? Hatte ja eigentlich gesagt, sie stünde für ein Ministeramt in der Regierung Merkel nicht zur Verfügung. Beziehungsweise, ganz so hatte sie es ja nicht gesagt, sondern lediglich darauf verwiesen, dass es in der CDU selbst derzeit für die Partei-Chefin genug zu tun gäbe. Nun macht sie es also - und düpiert damit ganz am Rande auch noch einen ihrer ärgsten parteiinternen Konkurrenten um die Kanzlerkandidatur. Denn Gesundheitsminister Jens Spahn soll sich seinerseits für die Übernahme des Verteidigungsministeriums in Stellung gebracht haben.

Kritik kommt unter anderem aus der FDP. Deren Vizefraktionschef Graf Lambsdorf erachtet AKK für das Amt als so ungeeignet, dass diese Personal-Rochade Ausdruck mangelnden Respekts vor der Truppe sei.
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