WhatsApp führt Werbung ein

Der beliebteste Messenger-Dienst WhatsApp wird bald nicht mehr werbefrei sein, so wie es einst Facebook-Chef Mark Zuckerberg versprochen hat. Was genau verheißen die aktualisierten Nutzungsbedingungen?




Glaubt man den aktualisierten Nutzungsbedingungen von WhatsApp, stehen uns Marketing-Benachrichtigungen ins Haus. Einfach ausgedrückt bedeutet das, dass der zu Facebook gehörende Messenger ab Anfang kommenden Jahres nervige Nachrichten unter anderem in die Statusleiste implementieren wird. Ganz wortwörtlich lautet es in den Nutzungsbedingungen:

"Wir stellen dir und Dritten, z.B. Unternehmen, Möglichkeiten bereit, unter Nutzung von WhatsApp miteinander zu kommunizieren, beispielsweise über Informationen zu Bestellungen, Transaktionen und Terminen, Liefer- und Versandbenachrichtigungen, Aktualisierungen von Produkten und Dienstleistungen und Marketing. Du erhältst eventuell Nachrichten mit Marketing, die ein Angebot für etwas enthalten könnten, das dich möglicherweise interessiert."

Mit diesem Vorhaben bricht Marc Zuckerberg wiederholt sein Versprechen, den Chat-Dienst werbefrei und die Kommunikation privat zu halten. So wie die Schaltung von Werbeanzeigen bei Facebook mittlerweile gang und gäbe ist, wird es voraussichtlich bei WhatsApp nicht aussehen. Zumindest vorerst soll Werbung nicht in privaten Chats aufploppen, sondern nur dann, wenn ein Nutzer mit bestimmten Unternehmen Kontakt aufbaut. Wie genau diese Differenzierung vonstatten gehen soll, ist fraglich. Nach geraumer Zeit sollen diese Anzeigen wohl auch zwischen Bildern, die mit Freunden und Familie geteilt werden, auftauchen.

Schadensbegrenzung

Die WhatsApp-Verantwortlichen versuchen in den AGBs, die Situation zu entschärfen. So heißt es:

"Wir möchten nicht, dass du das Gefühl hast, Spam zu erhalten. Wie mit allen deinen Nachrichten kannst du auch diese Kommunikation verwalten und wir werden uns nach deiner Auswahl richten."

Ob die Integration von Werbebannern als besonders störend empfunden wird und womöglich die Funktion der App beeinflusst, werden Nutzer im Frühling 2020 erfahren. Es ist möglich, dass viele Kunden des Messengers sich derart bedrängt fühlen, dass sie auf andere Plattformen abwandern - in diesem Fall würde WhatsApp den Profit nicht steigern, sondern ganz im Gegenteil Verluste einbüßen müssen.

Die Einführung von Werbebannern ist unerfreulich. Und auch an anderer Stelle enttäuscht der Chat-Dienst, wie das nachfolgende Video eindrucksvoll beweist:

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