140.000 Deutsche betroffen: Thomas Cook meldet Konkurs an

Letzte Rettungsaktion ist in der Nacht gescheitert: Ab sofort sind alle Flüge des britischen Reiseanbieters gestrichen. Was das für deutsche Urlauber bedeutet.
Die Nachricht kommt nicht ganz überraschend. Bereits im Mai berichtete das älteste Reiseunternehmen der Welt von massiven Finanzierungsproblemen: auf mehr als 1,4 Milliarden Euro beliefen sich zum damaligen Zeitpunkt die Verbindlichkeiten des Konzerns. Und auch der spätere Einstieg eines chinesischen Investors konnte Thomas Cook nicht mehr helfen. In der vergangenen Nacht meldete das traditionsreiche unternehmen Konkurs an.

Von der Pleite sollen aktuelle insgesamt etwa 600.000 Urlauber betroffen sein. Alle Flüge des Reiseanbieters wurden von der britischen Luftfahrtbehörde mit sofortiger Wirkung gestrichen. Die britische Regierung plane derzeit die "größte Rückholung in der Geschichte des Britischen Königreichs in Friedenszeiten", teilte der Britische Außenminister Dominic Raab am Montagmorgen mit.

Deutscher Ferienflieger Condor betroffen

Auch auf dem deutschen Markt ist Thomas Cook als zweitgrößter Reiseanbieter Europas stark vertreten. Nach Angaben des Unternehmens, für das auch die deutsche Fluglinie Condor arbeitet, sollen aktuell etwa 140.000 aus Urlauber aus Deutschland von der Pleite betroffen sein. Wie Condor mitteilte, soll der Flugbetrieb des Ferienfliegers zwar weiterhin planmäßig stattfinden. Aber Urlauber, die bei Thomas Cook Veranstaltern wie Thomas Cook Signature, Neckermann, Öger Tours, Bucher Reisen oder Air Marin ihre Flüge gebucht haben, werden direkt von der Pleite des britischen Mutterkonzerns in Mitleidenschaft gezogen.

Was bedeutet das konkret? Wie das Auswärtige Amt auf Twitter schreibt, führen "Thomas Cook Deutschland und Condor weiterhin Rückflüge" für deutsche Urlauber durch. Eine Rückholaktion wie in Großbritannien ist für deutsche Urlauber deshalb vorerst nicht nötig. Aber: "Reisenden, die eine Reise erst noch antreten, wird empfohlen, sich an ihren Reiseveranstalter zu wenden." Denn alle bereits gebuchte Flüge mit dem Abreisedatum 23./24. September oder später dürfen von dem Unternehmen aus rechtlichen Gründen nicht mehr bedient werden, wie Condor am Montag mitteilte.

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