Auch Ikea ist betroffen: Wurst-Skandal weitet sich aus

Listerien-Keime in Wurst-Produkten: Ministerium veröffentlicht Liste mit betroffenen Marken. Hat der insolvente Hersteller die Kontrolleure betrogen?
Jetzt ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Durch Listerien in Waren der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH sind in Südhessen mutmaßlich zwei Menschen gestorben, 37 weitere Krankheitsfälle werden mit Produkten des hessischen Herstellers in Verbindung gebracht. Prüfer haben in mehreren Wilke-Produkten die gefährlichen Krankheitserreger nachgewiesen. Listerien können besonders das Immunsystem von anfälligen Menschen lebensgefährlich schwächen.

Als eine Reaktion auf den Lebensmittelskandal hatten die Behörden die Wurst-Produktion der Firma mit Sitz im Landkreis Waldeck-Frankenberg bereits am Dienstag letzter Woche geschlossen. Inzwischen hat das Unternehmen mit über 200 Mitarbeitern Insolvenz angemeldet. Zeitgleich wurde ein Rückruf betroffener Produkte angeordnet. Wie jetzt jedoch bekannt wurde, sind weit mehr Produkte betroffen als zunächst bekannt war.

Liste mit betroffenen Produkten

Das hessische Verbraucherschutzministerium veröffentlichte am heutigen Montag eine Liste mit Markennamen, unter denen die Wilke-Produkte angeboten wurden: Laut Ministerium sind alle Produkte mit dem Identitätskennzeichen "DE EV 203 EG" betroffen. Darunter fallen Produkte unter der Eigenmarke Wilke sowie die folgenden Marken und Handelsnamen: ARO, CASA, Domino, Haus am Eichfeld, Findt, Korbach, Metro Chef, Pickosta, Rohloff Manufaktur, Sander Gourmet, Schnittpunkt sowie Service-Bund „Servisa".

Zu den Kunden des hessischen Wurst-Produzenten zählte auch Ikea Deutschland. Die Möbelkonzern hat nach eigener Auskunft von Wilke über einen Großhändler Wurstaufschnitt von Wilke für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants in ganz Deutschland bezogen. Der Möbelkonzern bestätigte damit einen Bericht der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. Ikea habe inzwischen „den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt", so eine Sprecherin.

„Kriminelle Energie oder Auditorenversagen?"

Nach Informationen von Welt Online gehen Prüfer derzeit der Frage nach, ob der hessische Wurst-Produzent bei der Vergabe des sogenannten IFS-Qualitätszertifikates betrogen habe. Das Zertifikat ist ein wichtiges Qualitätskennzeichen im deutschen Handel und wurde dem hessischen Unternehmen erst im Juli erteilt. „Nun muss geprüft werden, ob Wilke eine große Show veranstaltet und womöglich mit krimineller Energie getäuscht hat oder ob ein Auditorenversagen vorliegt", sagte der Geschäftsführer der deutschen Dachorganisation IFS Management gegenüber Welt Online.
Weiterlesen

Mehr aus dem netz