Donald Trump erntet harsche Kritik aus den eigenen Reihen

Donald Trump plant den Abzug amerikanischer Truppen aus dem Norden Syriens. Diese Entscheidung könnte der Präsident bereuen, denn die kritischen Stimmen aus dem eigenen Lager werden immer lauter.


Man könnte meinen, dass mittlerweile keine Aussage oder Handlung Trumps mehr überrascht. Anders verläuft es aber nun mit dem angesetzten Truppenabzug aus Syrien. Nicht nur die Mehrheit der Demokraten ist sprachlos, auch die Republikaner und damit Trumps Gefolgschaft sprechen sich nun vermehrt gegen den US-Präsidenten aus.

Schutzlos gegen den IS

Trumps Entscheidung über den Truppenabzug schlägt in Washington große Wellen. Beinahe alle Politiker - unabhängig ihrer Parteizugehörigkeit - stellen den Präsidenten an den Pranger. So warnen republikanische Sicherheits- und Außenpolitiker vor den Auswirkungen des Abzugs. Die türkische Armee könne in der Konsequenz in Syrien einmarschieren, ohne auf allzu große Gegenwehr zu stoßen. Die kurdischen Truppen, die bisher zusammen mit den USA gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" kämpften, könnten ohne den Schutz der amerikanischen Spezialeinheiten überrannt werden.

Fehlende Führungsstärke

Ein Beitrag während der letzten Senatssitzung stach besonders hervor. Mitch McConnell, Mehrheitsführer der Republikaner und mächtiger Politiker, appellierte eindringlich an Trumps Gewissen. Dieser solle in Syrien amerikanische "Führungsstärke" beweisen, ansonsten würden der Iran, der IS und das Assad-Regime wieder die Oberhand in Syrien gewinnen.

Uno-Botschafterin Nikki Haley setzt noch einen drauf und erklärt, dass es vollkommen falsch sei, die Kurden sterben zu lassen. Laut der Abgeordneten Liz Cheney begehe Trump einen "katastrophalen Fehler", denn auch Amerika werde die Folgen des Rückzugs spüren: "Terroristen können und werden sichere Rückzugsräume viele Tausend Meilen entfernt dazu nutzen, um die USA anzugreifen."

Republikaner und Demokraten in einem Boot

Selbst der republikanische Senator Lindsey Graham, der sich zum Freundeskreis Donald Trumps zählen darf, kritisiert ihn harsch und nennt das Handlungsvorhaben "kurzsichtig und unverantwortlich". Zudem kündigte er eine gemeinsame Resolution von Demokraten und Republikanern im Senat an, die Trump dazu anhalten soll, die Entscheidung rückgängig zu machen.

Mehr Details zu Trumps aktuellem Aufreger gibt's im Video.
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