Ungarn befürwortet türkische Militäroffensive

Zahlreiche europäische Länder kritisierten bereits die militärische Offensive, die die Türkei aktuell in Syrien vornimmt, doch Ungarn positioniert sich anders.

Die Türkei geht mit ihrem Feldzug in Syrien offensiv gegen die Kurden im syrischen Staatsgebiet vor, das an die Türkei grenzt und scheint vor heftigen Auseinandersetzung nicht zurück zu schrecken. Es kam bereits zu mehreren militärischen Konflikten zwischen dem türkischen Militär und der kurdischen Bevölkerung in Syrien, denen unter anderem auch zahlreiche Zivilisten zum Opfer fielen.

Erdogan bedankt sich bei Orban

Nach dem Einmarsch von Erdogans Truppen in Syrien reagierten die meisten europäischen Länder mit heftiger Kritik an der Aktion der Türkei. Doch Ungarn ist da offenbar anderer Meinung. Erst am Dienstag trafen sich der ungarische Präsident Victor Orban und der Präsident der Türkei, Recep Erdogan in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baki, wo sich Erdogan ausführlich für Orbans Unterstützung an der türkischen Militäroffensive bedankte. Schon zuvor erklärte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó, dass es im nationalen Interesse Ungarns läge, dass die Türkei die Migrationsprobleme in Richtung Syrien löse und nicht in Richtung Europa.

Er beschimpft den deutschen Außenminister

Victor Orban nahm am Dienstag als so genannter Beobachter erneut am Türkischen Rat teil, einem Gipfeltreffen der Turkstaaten, zu denen auch die Türkei gezählt wird. Zudem führen Victor Orban und der türkische Präsident ein nahezu freundschaftliches Verhältnis. Dem Türkischen Rat will Orban eine Verbindung zur Europäischen Union ermöglichen und den Nicht-EU-Mitgliedsstaat Türkei dort vertreten. Die Außenminister der Europäischen Union hingegen sprachen kritisierten Erdogans Militäroffensive heftig. Der deutsche Außenminister Heiko Maas von der SPD ließ bereits die deutschen Rüstungsexporte in die Türkei massiv einschränken und erntete umgehend Spott von Erdogan. Der türkische Präsident beschimpfte Maas als „Dilettant", zudem sei er arrogant und ahnungslos.

Noch keine Einigung in der EU

Doch bis jetzt beschränken sich die Einschränkungen der Rüstungsexporte nur auf Lieferungen, die dem türkischen Konflikt in Syrien dienlich sein könnten. Auch eine europäische Einigung zu einem Waffen-Embargo oder Sanktionen gegen die Türkei, sind noch nicht festgelegt. Heute sollen der Bundestag und der UN-Sicherheitsrat sich diesbezüglich erneut mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

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