Neue Ausschreitungen in Katalonien

Es ist schon die vierte Nacht in Folge, in der es in der spanischen Region Katalonien erneut zu gewaltsamen Unruhen gekommen ist.

Zahlreiche Menschen sind in Katalonien auf die Straße gegangen, um gegen die langen Haftzeiten von neun Separatistenführer zu protestieren. Die Verurteilten waren im Jahr 2017 für die Planung und Durchführung des katalanischen Unabhängigkeitsreferendums verantwortlich gemacht worden, das von der spanischen Regierung streng verboten wurde. Vor allem in der katalanischen Hauptstadt Barcelona, aber auch in mehreren anderen Städten kam es dabei zu heftigen Unruhen.

Polizei muss Demonstranten mit Gewalt trennen

Die meisten der Demonstranten zogen friedlich durch die Straße, dennoch kam es in mehreren Orten zu Ausschreitungen von gewaltbereiten Protestierenden. Es wurden unter anderem Barrikaden, Mülleimer und Café-Mobiliar in Brand gesetzt. Die Polizei musste sich mit Schlagstöcken zur Wehr setzten, um die Befürworter der katalanischen Unabhängigkeit und die rechtsradikalen Gegendemonstranten voneinander zu trennen. Dabei wurden zahlreiche Beamte mit Steinen und Böllern beworfen.

Madrid fordert Katalonien zur Mäßigung auf

Die Regierung in Spanien ruft Katalonien zur Gewaltbekämpfung auf. „Ich möchte Regionalpräsident Qium Torra daran erinnern, dass es absolut notwendig ist, dass er sich ein für alle mal entscheidet, ob er der Präsident aller Katalanen, der höchste Vertreter der katalanischen Region, oder ein Unabhängigkeitsaktivist sein will", sagt ein Sprecher der spanischen Regierung in einer Pressekonferenz. Trotz der heftigen Ausschreitungen soll Katalonien dennoch nicht unter eine vorübergehende Zwangsverwaltung gestellt werden.

Gibt es ein neues Referendum?

Der Regionalpräsident von Katalonien, Qium Torra, hat die gewaltsamen Unruhen zwar verurteilt, allerdings ruft er die Katalanen weiterhin zu friedlichem Protest auf, bis ein neues Unabhängigkeitsreferendum in Aussicht stehen würde. „Wir werden so schnell wie möglich einen Gesetzesentwurf erarbeiten, um das Recht der Katalanen auf Selbstbestimmung zu verteidigen", sagt Torra in einem Interview. Denn knapp die Hälfte der katalanischen Bevölkerung ist für die Unabhängigkeit ihrer Region. Das haben sie heute in einer Groß-Demo in Barcelona zum Ausdruck gebracht.

Der berühmte El Clásico, die Begegnung der beiden großen Fußballmannschaften Spanien, der FC Barcelona und Real Madrid, der eigentlich hätte in Barcelona stattfinden sollen, wurde auf Grund der Proteste zunächst abgesagt.

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