NS-Prozess: 93-Jähriger bekennt sich zu Vergangenheit im KZ

Hamburg: Zum Prozessauftakt bekennt sich der Angeklagte zu seiner Vergangenheit als SS-Wachmann im Konzentrationslager Stutthof. Ihm wird Beihilfe zum Mord an 5230 Menschen vorgeworfen.


Der bei Danzig geborenen Rentner soll zwischen dem 9. August 1944 und dem 26. April 1945 "die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt" haben. Laut Aussagen seines Verteidigers sei der 93-Jährige jedoch nicht freiwillig der SS beigetreten. Der im Rollstuhl sitzende Angeklagte habe sich den Dienst im Konzentrationslager nicht ausgesucht und sei kein Anhänger des Systems gewesen. Der Oberstaatsanwalt gab zu Protokoll, der Angeklagte habe mit einer Waffe Dienst auf den Wachtürmen verrichtet und Arbeitskommandos von Häftlingen bewacht. Zudem habe er teilweise bis ins Detail Kenntnis von den Erschießungen gehabt. Es könnte das letzte Mal sein, dass sich ein deutscher Holocaust-Helfer vor einem Gericht verantworten muss.
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