Schwedische Ermittlungen gegen Julian Assange eingestellt

Die schwedische Staatsanwaltschaft ermittelte bis heute gegen Julian Assange wegen Vergewaltigungsvorwürfen. Nun wurden die Anschuldigungen und damit das laufende Gerichtsverfahren auf Eis gelegt.


Seit mittlerweile neun Monaten wird gegen Julian Assange ermittelt. Der mutmaßliche Vorfall liegt laut Eva-Marie Persson, der stellvertretenden Direktorin der schwedischen Strafverfolgung, so lange zurück, dass die Aussagen etwaiger Zeugen und damit die Beweislage als abgeschwächt einzustufen sind. Die Zeugen würden sich nicht mehr so genau an den Tatzusammenhang erinnern. Die Klägerin gilt aber weiterhin als glaubhaft.

Ungeklärte Schuldfrage

Die Strafverfolgung war schon im Jahre 2017 eingestellt worden, da die Tatvorwürfe nicht ausreichend geprüft werden konnten. Die Schuldfrage blieb ungeklärt. Im Mai dieses Jahres wurden die Voruntersuchungen erneut aufgenommen und daraufhin hatten neue Anhörungen stattgefunden. Als legitime Basis für eine Anklage haben die Ergebnisse allerdings nicht herhalten können. Der beantragte Haftbefehl wurde vom zuständigen Gericht abgelehnt und die Strafverfolgung verzichtete darauf, in Berufung zu gehen.

Auslieferung droht weiter

Das Verfahren wurde zwar eingestellt, doch drohen Julian Assange weitere Konsequenzen. Eine Auslieferung an die USA ist weiterhin möglich, denn die Briten stimmten einem Auslieferungsantrag der US-Justiz zu. Die entsprechende Verhandlung wird auf den 25. Februar datiert.

Assange sitzt aktuell in einem Londoner Gefängnis eine 50-wöchige Haftstrafe ab, da er gegen Kautionsvorlagen verstoßen hatte.
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