Bloomberg will nun doch Präsident werden

Im März hatte der Demokrat Michael Bloomberg seine Kandidatur auf das Amt des US-Präsidenten noch dementiert. Nun hat er seine Meinung geändert.


Donald Trump bekommt bei den Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur in den USA neue Konkurrenz. Der Multi-Milliardär und Ex-Bürgermeister von New York Michael Bloomberg verkündete am vergangenen Wochenende, dass er in den Kampf um das höchste Amt der Vereinigten Staaten einsteigen werde.

Wenig Zeit, dafür eine Menge Geld

Die Kandidatur kommt unerwartet. Denn der 77-Jährige hatte diese noch im März offiziell verneint. Nun startet er zu einem ungewöhnlich späten Zeitpunkt doch noch eine Kampagne – und fährt große Geschütze auf, um seinen zeitlichen Nachteil auszugleichen. Rund 37 Millionen Dollar hat Bloomberg bis jetzt in seinen Wahlkampf investiert. Unter anderem wurde ein Werbespot in allen für die Wahl wichtigen Bundesstaaten geschaltet. In diesem stellt Bloomberg vor allem die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und seine Führungsqualitäten in den Vordergrund.

Bloomberg trifft auf reichlich Gegenwind

Bloombergs enorme finanzielle Mittel – sein Privatvermögen wird auf über 50 Milliarden US-Dollar geschätzt – haben jedoch nicht nur Vorteile. Einige seiner 20 Konkurrenten aus dem demokratischen Lager unterstellten ihm bereits, sich die Kandidatur erkaufen zu wollen.

Neben seinem Reichtum könnten auch sein Alter und seine politische Vergangenheit Bloombergs Chancen auf den Gewinn der Vorwahlen verringern. Laut Analysten sei er mit 77 Jahren schlicht zu alt für den Job des so genannten mächtigsten Mannes der Welt.

Holt die Vergangenheit ihn ein?

Der bekannte Demokrat Bernie Sanders bemängelte zudem, dass Bloomberg nur über einen schwachen Rückhalt in der demokratischen Partei verfüge. Hintergrund ist der frühere Lagerwechsel des Multi-Milliardärs. Bloomberg begann seine politische Karriere als Republikaner und hatte 2016 bereits erwogen, als unabhängiger Kandidat bei der damaligen US-Präsidentschaftswahl anzutreten.

Auch seine Zeit als Bürgermeister von New York verschafft Bloomberg in der amerikanischen Bevölkerung nicht nur Pluspunkte: Zum Beispiel setzte er damals umstrittene, willkürliche Kontrollen von New Yorker Bürgern auf offener Straße durch. Da besonders Latein- und Afro-Amerikaner unter diesen zu leiden hatten, ist unklar, wie viel Unterstützung Bloomberg aus diesen Bevölkerungsgruppen erhalten wird.

Die Vorwahlen zu der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 werden im Februar nächsten Jahres beginnen.
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