2 Jahre vermisst: 15-jähriger Marvin in Schrank entdeckt

Überraschende Wendung im Fall Marvin K. aus Duisburg: Der Junge wurde nach zweieinhalb Jahren durch Zufall in der Wohnung eines 44-Jährigen gefunden, gegen den wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie ermittelt wird.


Es war eine unglaubliche Nachricht für die Mutter: Ihr Marvin lebt! Er wurde körperlich unversehrt bei einer Wohnungsdurchsuchung in einem Schrank aufgefunden. Die Wohnung des Verdächtigen in Recklinghausen liegt etwa acht Kilometer von der Jugendeinrichtung entfernt, in der Marvin am 11. Juni 2017 zuletzt gesehen wurde. Die Mutter des damals 13-Jährigen suchte sogar bei "Aktenzeichen XY" nach ihrem Kind und hatte zu der Zeit bereits einen Verdacht.

Bereits drei Wochen nach dem Verschwinden von Marvin hatte ein Hinweisgeber angeblich den Jungen mit einem unbekannten Mann in einem BMW erkannt. Ob es sich damals tatsächlich um den Gesuchten handelte, ist nicht bewiesen. Marvins Mutter hatte sogar einen Hellseher eingeschaltet, um nach dem Teenager zu suchen. Dieser behauptete, Marvin sei tot.

Laut der Polizei Recklinghausen soll die Staatsanwaltschaft nun Haftbefehl wegen "schwerwiegender Sexualstraftat" gegen den mutmaßlichen Verdächtigen erlassen haben. Neben dem Tatverdächtigen wurde auch dessen 77-jähriger Vater in der Wohnung angetroffen.

"Hinweise, dass der Junge gegen seinen Willen in der Wohnung festgehalten wurde, liegen derzeit nicht vor", betonte ein Polizeisprecher laut der Deutschen Presse-Agentur. "Es spricht einiges dafür, dass er sich schon längere Zeit freiwillig dort aufgehalten hat." Die ersten beschlagnahmten Geräte und Datenträger werden bereits ausgewertet, um den Fall zu klären.

Was hat Marvin in der ganzen Zeit seines Verschwindens gemacht? "Er war zwei Jahre lang nicht in der Obhut von Erziehungsberechtigten", sagte der Polizeisprecher. Der psychische Zustand des Jungen wurde in einer Klinik von Ärzten untersucht. Die Wohnung, in der er gelebt hatte, soll in einem verwahrlosten Zustand gewesen sein, es stank angeblich nach Urin und man fand zahlreiche Windeln. Ob Mutter Manuela B. ihren Sohn mittlerweile in die Arme schließen konnte, ist nicht bekannt.
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