Versehentlich abgeschossen? – Flugzeugabsturz über Iran

Der Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine nahe Teheran wird weiterhin untersucht. Derweil häufen sich die Hinweise darauf, dass es sich um einen versehentlichen Abschuss durch den Iran handeln könnte.


Die 176 Menschen, die bei der Zerstörung eines Flugzeugs aus der Ukraine durch einen Raketenbeschuss starben, könnten unabsichtlich getötet worden sein. Das vermuten neben US-Präsident Donald Trump auch der kanadische Premierminister Justin Trudeau und der britische Regierungschef Boris Johnson. Das Flugzeug des Typs Boeing 737 war am vergangenen Mittwoch abgestürzt, kurz nachdem der Iran zwei militärische Stützpunkte der USA im Irak mit Raketen attackiert hatte. Bei dem Angriff handelte es sich um einen Vergeltungsschlag für die Ermordung des iranischen Generals Qasem Soleimani. Dieser war zuvor auf den Befehl der US-Regierung mit einem Drohnenangriff getötet worden. Die Boeing hatte sich zum Zeitpunkt ihres Absturzes auf dem Weg nach Kiew befunden. An Board waren unter anderem auch 63 Kanadier.

Daten sollen für Raketenabschuss sprechen

Laut US-Medien seien die Daten der Geheimdienste ziemlich eindeutig. Die Auswertung der Daten von Satelliten, Radaren und anderen Quellen hätten ergeben, dass ein Raketenabschuss als Absturzursache sehr wahrscheinlich ist. Auch ein Video wurde veröffentlicht, welches den Abschuss des Flugzeugs zeigen soll.

Internationale Untersuchung

Die iranische Regierung in Teheran nannte die Vermutung eines versehentlichen Abschusses lächerlich und geht stattdessen von einem technischen Defekt des Flugzeugs aus. Sie gab bekannt, dass neben Fachleuten aus der Ukraine auch Experten aus den USA, Kanada und Frankreich an der Untersuchung der Absturzursache beteiligt werden sollen. Sogar eine Untersuchung der Blackbox außerhalb des Irans wird in Betracht gezogen, falls die technischen Möglichkeiten innerhalb des Landes nicht gegeben sind.

Airlines reagieren

Mehrere Fluggesellschaften reagierten in den letzten Tagen auf die kritische Lage im Luftraum über Iran und Irak. Einige umfliegen den Bereich vollständig, andere bieten weniger oder veränderte Flüge an. Die Lufthansa beispielsweise setzte die Flüge nach Teheran lediglich für einen Tag aus. Auch die europäische Flugaufsicht (EASA) warnt aktuell vor Flügen in den irakischen Luftraum.

Weitere Informationen zeigt das Video.
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