Kohleausstieg soll bis spätestens 2038 erfolgen

Die Bundesregierung äußerte sich heute über den Kohleausstieg. Im Stilllegungsvertrag soll nun festgelegt werden, dass bis zum Jahre 2038 alle Braun- und Steinkohlekraftwerke vom Netz gehen sollen.


Es scheint in trockenen Tüchern zu sein: Nach und nach sollen alle Kohlewerke bis spätestens 2038 stillgelegt werden. Finanzminister Olaf Scholz äußerte sich zum Zeitplan des Ausstiegs: "Deutschland hat sich etwas Großes vorgenommen. Ich bin sicher, dass wir das auch hinkriegen." Auch Umweltministerin Svenja Schulze meldete sich zu Wort. Insbesondere die "alten und dreckigen" Kraftwerke sollen schnellstmöglich abgeschaltet werden.

Zeitplan des Kohlekraftausstiegs

Insgesamt werde es noch knapp 20 Jahre dauern, bis auch das letzte Braunkohlekraftwerk stillgelegt wird. Der voraussichtliche Zeitplan im Überblick:
  • Bis 2022: Alle Atomkraftwerke
  • Bis 2029: Die ersten beiden Blöcke des sächsischen Kohlekraftwerks Boxberg
  • Bis 2034: Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg
  • Bis 2035: Kraftwerk Lippendorf
Der Großteil aller Kraftwerke sei bis zum Jahre 2035, das letzte bis spätestens 2038 abzustellen. Svenja Schulze räumte ein, dass ein massiver Ausbau von Wind- und Sonnenenergie stattfinden müsse, um einen Ausgleich für die Abschaltung zu schaffen. Wenn der Fahrplan von Bund und Land tatsächlich umgesetzt wird, ist Deutschland das erste Land, das sich von Kohle und Atom verabschiedet.

Datteln 4 geht ans Netz

Etwas paradox klingt eine weitere Ankündigung der Bundesregierung. Diese teilte mit, dass das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 in Nordrhein-Westfalen demnächst in Betrieb genommen werde. Dies hätte verhindert werden können, jedoch seien die Zahlungen an den Betreiber Uniper zu hoch gewesen. Die Entscheidung wird stark kritisiert.

Hohe Entschädigungssumme für Kraftwerksbetreiber

Die Betreiber der Kraftwerke, die noch in diesem Jahrzehnt stillgelegt werden sollen, erhalten Milliardenentschädigungen. Insgesamt haben die Werke aus den neuen Bundesländern 1,75 Milliarden, die aus den alten Bundesländern 2,6 Milliarden Euro Entschädigung zugesprochen bekommen.

Die Ministerpräsidenten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg haben dem Stilllegungsvertrag bereits zugestimmt. Im nächsten Schritt wird der Bund den Gesetzentwurf mit den Betreibern der Kraftwerke und Tagebaue besprechen und vertraglich besiegeln. Alle Informationen zum Thema im Video.
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