AKK schmeißt die Brocken hin: Wohin steuert die CDU?

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat für viele überraschend angekündigt, auf eine Kandidatur als Kanzlerkandidatin der Union verzichten zu wollen. Gleichzeitig wolle sie auch den Parteivorsitz abgeben. Für ihr Erbe stehen parteiintern gleich drei Kandidaten bereit.


Spätestens nach ihrem missglückten Interventionsversuch beim thüringischen CDU-Landesverband war AKK in der Partei, die sie eigentlich auf Kurs halten sollte, angezählt. "Führungsschwäche" lautete der Vorwurf der Jungen Union und der Mittelstandsvereinigung der CDU. Da die 57-Jährige eine entschiedene Gegnerin jeglicher Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der AfD ist, hatte die komplizierte Situation in Thüringen, die nach derzeitigem Stand keine stabile Regierung ohne eine der beiden Parteien zulässt, ihren Entschluss offensichtlich befeuert. Denn in Teilen ihrer Partei erkannte sie zuletzt ein ungeklärtes Verhältnis zu AfD und Linken.

Ihr Amt als Verteidigungsministerin soll AKK auf Wunsch von Kanzlerin Angela Merkel weiterführen, die der scheidenden Parteichefin zudem großen Dank aussprach. CSU-Chef Markus Söder - der zumindest als möglicher Kanzlerkandidat der Union gilt - twitterte: "Ich habe großen Respekt für die Entscheidung von AKK – auch wenn es mir leid tut. Denn wir arbeiten sehr vertrauensvoll zusammen."

Die möglichen Nachfolger stehen bereit

Aus dem Kreise der möglichen Nachfolger für den CDU-Parteivorsitz war zunächst wenig zu hören. CDU-Vize Armin Laschet, ließ zunächst sogar jegliche Reaktion auf die Ankündigung Kramp-Karrenbauers vermissen. Friedrich Merz und Jens Spahn äußerten sich vorsichtig und abwartend. Vor allem Friedrich Merz genießt in konservativen Kreisen der Partei hohes Ansehen und hat passender Weise gerade den Rücktritt von seinem Posten im Aufsichtsrat des Vermögensverwalters Blackrock für Mitte März angekündigt. Merz und Spahn waren AKK in der Abstimmung auf dem Hamburger Parteitag im Jahr 2018 unterlegen gewesen und wittern nun eine zweite Chance auf Parteiführung und Kanzlerkandidatur.

Annäherung an die AfD?

Durch den Rückzug von Kramp-Karrenbauer wittert der Chef der AfD-Bundestagsfraktion Alexander Gauland die Chance für eine Annäherung der beiden Parteien und erklärte, es sei seiner Ansicht nach "völlig unsinnig und realitätsfern, auf Dauer nicht mit der AfD zusammen arbeiten zu wollen".

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