Vermisste Rebecca: Fall nach einem Jahr immer noch ungeklärt

Am 18. Februar 2019 verschwand die damals 17-jährige Schülerin Rebecca Reusch aus dem Süden Berlins. Die ermittelnde Mordkommission identifizierte in ihrem Schwager Florian R. den Hauptverdächtigen in einem vermuteten Tötungsdelikt. Doch trotz größter Bemühungen konnte der Fall bis zum heutigen Tag nicht aufgeklärt werden.



Ohne Leiche kein Mord - so einfach ist das. Und auch wenn die eingesetzte Sonderkommission sich sicher ist, dass die Schülerin Rebecca einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist, hat sie nach derzeitigem Stand nichts in der Hand. Da nützen auch die massiven Verdachtsmomente gegen Florian R. nichts, der am Tag nach Rebeccas Verschwinden eine Autofahrt in Richtung der polnischen Grenze unternahm. In einem himbeerroten Renault Twingo, in dem neben Fasern einer lila Fleece-Decke, die Rebecca am Abend ihres Verschwindens getragen hatte, auch Haare des Mädchens gefunden wurden.

Die Familie der Vermissten hält zu Florian R. und bringt eine Internet-Bekanntschaft ins Spiel, die Rebecca angeblich kurz vor den verhängnisvollen 18. Februar des Vorjahrs gemacht haben soll. Diesen Spuren sei die Polizei nicht ausreichend nachgegangen, so die Klage. Doch die Staatsanwaltschaft ist der Meinung, die Spur habe ins Nichts geführt.

Der Hauptverdächtige befindet sich bereits seit Ende März wieder auf freiem Fuß. Seine Anwältin beschwert sich, er sei durch die Veröffentlichung von Fahndungsfotos einer Vorverurteilung ausgesetzt gewesen, die Unschuldsvermutung mit Füßen getreten worden. Die verzweifelten Eltern klammern sich an jeden Strohhalm und halten an der unwahrscheinlichen Vorstellung fest, Rebecca könne noch am Leben sein.

Aus ermittlungstaktischen Gründen verrät die Staatsanwaltschaft nicht, welche "Details" sie glauben machen, dass Rebecca die Wohnung ihres Schwagers nicht lebend verlassen habe, aber nach Ansicht des zuständigen Staatsanwalts "spricht auch sehr vieles für die Täterschaft des Beschuldigten". Auch wenn es schon seit elf Monaten keine neuen verwertbaren Hinweise auf den Verbleib Rebeccas gegeben hat, soll der Fall nicht als "Cold Case" zu den Akten gelegt werden.

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