Hinrichtung von vier verurteilten Vergewaltigern in Delhi

Im Jahre 2012 vergewaltigten sechs Männer eine 23-jährige Studentin in Neu Delhi. Heute - nach mehr als sieben Jahren - wurden vier der Täter gehenkt.


Sechs Männer überwältigten die junge Inderin Jyoti Singh, die nach einem Kinobesuch mit ihrem Freund in einen Bus einstieg. Die alkoholisierten Männer schlugen den Mann bewusstlos und raubten ihn aus. Im Nachgang vergewaltigten sie die werdende Physiotherapeutin, folterten sie mit einer Eisenstange und ließen das Pärchen am Straßenrand zurück. Der Versuch, sie zu überfahren, schlug fehl. Zwei Wochen nach Krankenhauseinlieferung verstarb Jyoti an ihren schweren inneren Verletzungen.

"Hängt sie. Ja, hängt sie"

Der Gewaltakt löste in Indien eine Welle der Empörung aus. Die meisten Befragten sprachen sich auf dem Hintergrund der Massenvergewaltigung für die Todesstrafe aus. So ein Demonstrant: "Hängt sie. Ja, hängt sie. Falls sie das nicht machen, können sie uns die Vergewaltiger auch aushändigen, wir werden sie dann selbst bestrafen." Nach dem Gewaltakt fanden immer wieder Demonstrationen statt, die zum einen Gerechtigkeit für die Gräueltat und zum anderen mehr Sicherheit auf Indiens Straßen - besonders für Frauen - verlangten.

Härtere Gesetze

Anfänglich wurden alle sechs mutmaßlichen Vergewaltiger verurteilt. Einer unter ihnen war zum Zeitpunkt der Tat minderjährig und ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Ein weiterer verübte in seiner Gefängniszelle Selbstmord. Nachdem die übrigen vier Straftäter rund acht Jahre versuchten, gerichtlich gegen das Urteil vorzugehen und beim Präsidenten selbst ein Gnadengesuch stellten, fand heute die Hinrichtung hinter verschlossenen Türen statt. Eine hiesige Menschenmenge versammelte sich vor dem Gefängnis und jubelte zum Zeitpunkt der Vollstreckung. Die Mutter des Opfers sprach von Gerechtigkeit:

Das Verbrechen, das meiner Tochter angetan wurde, macht mich bis heute sehr traurig. Ich wäre eine stolze Mutter, deren Tochter eine Ärztin gewesen wäre. Aber ich bin heute stolz darauf, dass ich sie auf die Welt gebracht habe und die ganze Welt sie unter dem Namen kennt, der ihr gegeben wurde. Nirbhaya, die Furchtlose. Ich konnte ihr Leben nicht retten, aber ich habe für Gerechtigkeit gekämpft. Meine Pflichten als Mutter sind damit heute erfüllt.

Offizielle Statistiken belegen, dass in Indien alle 15 Minuten eine Frau einer Vergewaltigung zum Opfer fällt. Die vermehrten Demonstrationen brachten nachweislich eine Verschärfung der Gesetze mit sich.

Alle Info zum vollstreckten Urteil im Video.
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