Deutschland versorgt französische Corona-Patienten

Drei Bundesländer haben angekündigt, Frankreich im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. Im französischen Grenzgebiet zu Deutschland herrscht derzeit ein Mangel an Behandlungsplätzen für Beatmungspatienten.


Die Corona-Krise belastet weiterhin weltweit den Alltag der Menschen und die Wirtschaft vieler Länder. Insbesondere Grenzregionen müssen mit hohen finanziellen Einbußen rechnen, da der Pendlerver­kehr und vor allem der Tourismus massiv eingeschränkt sind. Dass gerade in dieser misslichen Lage Zusammenhalt über Ländergrenzen hinweg wichtig ist, zeigen die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg: Sie sagten Frankreich Hilfe bei der Behandlung von Covid-19 Fällen im Grenzgebiet zu.

Frankreich in Not

Laut dem Gesundheitsministerium in Baden Württemberg stoßen die Kapazitäten der französischen Krankenhäuser inzwischen an ihre Grenzen. In einem Brief an die Geschäftsführung der baden-württembergischen Krankenhäuser bittet das Ministerium deshalb darum, beatmungspflichtige Patienten aus Frankreich aufzunehmen, wenn genügend Behandlungsplätze zur Verfügung stehen. Die Anzahl der Infektionen mit Covid-19 waren besonders im Elsass in den letzten Wochen in die Höhe geschnellt.

Ausreichend freie Plätze

Nach Angaben des Ministeriums, seien derzeit rund 80 Prozent der Beatmungsplätze von Patienten belegt, allerdings sollen bisher nur 20 Corona-Infizierte darunter sein. Von französischer Seite aus wurde die Hilfsbereitschaft der Bundesländer gelobt: Auf Twitter hob die französische Politikerin und Europaministerin Amélie du Montchalin die Solidarität Deutschlands mit Frankreich in dieser Notlage positiv hervor. Auch Jean Rottner, Regionalratspräsident der Region Grand Est, bedankte sich öffentlich für die Hilfe aus Deutschland.

Neun Patienten in deutschen Unikliniken

Unterkommen sollen die schwerkranken Franzosen in den Unikliniken in Freiburg, Ulm, Heidelberg und Mannheim. Um die Lage an der deutsch-französischen Grenze weiter zu entschärfen, errichtet der Sanitätsdienst der französischen Armee derzeit ein Feldlazarett in der Nähe von Mülhausen.

Vorangegangene Kritik

Die als rechtspopulistisch geltende Partei "Rassemblement National" hatte zuvor heftige Kritik an dem vermeintlichen Egoismus Deutschlands geäußert. Erst am Samstag hatte ein Sprecher der Partei beklagt, dass Corona-Patienten ins Landesinnere geflogen werden müssten und eine Unterbringung in näheren deutschen Kliniken nicht möglich sei.

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