Die Corona-Lage in griechischen Flüchtlingslagern

In einem griechischen Flüchtlingslager sind 23 Menschen an Corona erkrankt, es gibt keine Quarantäne und das Lager ist abgeriegelt.

GREECE-EUROPE-MIGRANTS-CAMPS

Das Flüchtlingslager in Ritsona, in Griechenland gleicht einem Gefängnis. Seit fünf Tagen kommt keiner mehr rein und keiner mehr raus, das Lager steht unter Isolation. 2700 Flüchtlinge leben aktuell auf dem Gelände, mindestens 23 der Menschen sind an Covid-19 erkrankt. Eine 19-jährige Kamerunerin wurde vor wenigen Tagen in einem Krankenhaus positiv aus das Virus getestet.

Die Länder wollen die Menschen nicht aufnehmen

Auf die Sorge hin, die Zahl der Infizierten in den Flüchtlingslagern könne extrem schnell ansteigen, hat die EU-Kommission zusammen mit den griechischen Behörden vor ein paar Tagen einen Notfallplan aufgestellt. Demnach sollen die gesunden Menschen aus den Lager evakuiert werden, doch zahlreiche Bürgermeister wollen die Flüchtigen nicht aufnehmen. Auch viele EU-Länder, inklusive Deutschland, haben, anders als versprochen, bislang kaum Kinder von den Inseln aufgenommen. Jetzt arbeitet die EU an einem Plan, doch den Menschen in den Lagern läuft die Zeit davon.

Die Situation eskaliert immer weiter

So wie in Ritsona könnte es bald in vielen Flüchtlingsunterkünften aussehen und die sind kaum, beziehungsweise gar nicht auf das Virus vorbereitet. Aktuell versuchen internationale Organisationen die Lage mit Seife, Desinfektionsmittel und Essenkörben in den Griff zu bekommen, doch die Situation ist schlimm. „Die Leute hier geraten in Panik. Wir brauchen Hilfe. Das Virus ist im Camp – und wir sind auf uns allein gestellt", sagt Parwana Amiri, eine Bewohnerin des Camps, die sich nicht mehr sicher fühlt. Die Leute im Lager können nicht raus und dem Virus entfliehen und das führt zu gefährlichen Dynamiken. Viele Menschen weigern sich in die Quarantäne-Bereiche umzusiedeln und der Rassismus im Camp nimmt stark zu.

Die Quarantänevorschriften können nicht eingehalten werden

Das was momentan allen Menschen auf der Welt geraten wird – Abstand halten, Hygienevorschriften beachten und drinnen bleiben – ist in den Flüchtlingslagern kaum machbar. Die Menschen müssen gezwungenermaßen auf engstem Raum ausharren, die Hygieneversorgung ist schlecht, viele halten sich nicht an die Ausgangsbeschränkungen und das Sicherheitspersonal ist massiv überfordert. Die Situation in den Camps ist auch ohne Corona meist angestrengt und jetzt sind die Menschen noch angespannter und ängstlicher als sonst.

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