Mehr Corona-Patienten können Remdesivir bekommen

Nach Amerika und Japan weitet auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA den Einsatz des Medikaments "Remdesivir" bei Corona-Patienten weiter aus.


Erst vor kurzem erregte eine Studie aus den USA Aufmerksamkeit, die bewies, dass das Medikament Remdesivir des Unternehmens Gilead Wirkung gegen Covid-19 zeigt. Ursprünglich für die Behandlung von Ebola entwickelt, verringert Remdesivir die Dauer der durch das Coronavirus ausgelösten Erkrankung. Die Regierung der Vereinigten Staaten zögerte daraufhin nicht und erlaubten das Medikament mit einer Ausnahmegenehmigung. Auch in Japan setzt man inzwischen Remdesivir als erste Therapiemöglichkeit bei schweren Corona-Fällen ein.

Am Montag gab die EMA bekannt, dass in Zukunft auch in der EU Remdesivir verstärkt eingesetzt werden kann. Demnach ist das Medikament von nun an auch für stationären Patienten, die nur teilweise oder gar nicht auf eine künstliche Beatmung angewiesen sind, eine Option. Je nach nach schwere des Fall könne eine Therapiedauer von fünf oder zehn Tagen festgelegt werden. Bisher waren 10 Tage der Standard.

Weiterhin nur „Compassionate Use"

Trotzdem bleibt Remdesivir ein nicht zugelassenes Medikament, da es sich noch in der Entwicklung befindet. Dass es überhaupt in dieser Art eingesetzt werden kann, liegt an den Regelungen zum „Compessionate Use" innerhalb der EU. Laut diesen können Medikamente an schwer Erkrankte verabreicht werden, wenn keine zugelassene Therapie für die jeweilige Krankheit existiert oder die zugelassenen Therapieformen keine zufriedenstellende Wirkung entfalten. Diese Regelung tritt allerdings nur in Kraft, wenn die Krankheit besonders gefährlich ist. Also zum Beispiel, wenn durch den Krankheitsverlauf schwere körperliche Schäden oder die Gefährdung des Lebens zu erwarten sind.

Nebenwirkungen noch nicht gänzlich geklärt

Während der Anwendung wird die EMA die Daten zu dem Medikament sammeln und regelmäßig neu auswerten. Schon jetzt ist allerdings absehbar, dass Remdesivir nicht das gesuchte Heilmittel gegen das Coronavirus sein wird. Nach den ersten Erkenntnissen durch die Studie aus den USA, lässt sich die Sterblichkeitsrate von Covid-19-Patienten durch das Medikament nur geringfügig senken. Auch fehlen derzeit noch verlässliche Daten zu den Nebenwirkungen der enthaltenen Wirkstoffe.

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