Merkel: Harsche Kritik an Putin und Trump

In einem Gespräch mit der Konrad-Adenauer-Stiftung zur EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli beginnt, äußert sich Merkel zu der derzeitigen europäischen Situation. Hierbei übt sie Kritik an der Klima- und Handelspolitik von USA und Russland.


Angela Merkel ist in den meisten Fällen bestrebt, Eintracht und Vertrauen zu anderen Staatschef zu stiften. Während des Livestreams allerdings schlug sie auch kritische Töne an. Merkel behauptet, dass Russland in seiner Nachbarschaft einen "Gürtel ungelöster Probleme" geschaffen habe:

Es unterstützt Marionettenregime in Teilen der Ost-Ukraine und greift westliche Demokratien mit hybriden Mitteln an, darunter auch Deutschland. [Zweifelsohne] wird auch Russland uns während der EU-Ratspräsidentschaft weiter beschäftigen


Trotz dieser direkten Missbilligung der außenpolitischen Haltung Russlands sei Merkel allzeit bereit, den Dialog mit Wladimir Putin fortzusetzen. Wie dieser konkret verlaufen soll, sagte sie hingegen nicht.

Zweite Schlappe: Donald Trump

Auch US-Präsident Trump bekommt sein Fett weg. Angela Merkel bezeichnet Die Vereinigten Statten als wichtigsten Partner Europas. Sie habe sich aber gewünscht, dass die Zusammenarbeit mit den USA nicht so schwierig ist. Hierbei referiert sie ganz gezielt auf die Klima- und Handelspolitik, dies gelte aber "auch für die Frage der Bedeutung internationaler Organisationen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie." Worauf die Kanzlerin sich genau bezieht, sagt sie nicht, doch könnte die Aussage als Anspielung auf Trumps WHO-Kritik ausgelegt werden.

Appell an die Vernunft

So konstruktiv wie Merkel eben ist, betont sie nach den tadelnden Worten den Wert der transatlantischen Beziehung. Diese seien "ein zentraler, tragender Pfeiler" der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik.

Zu Beginn des Streams unterstreicht die Bundeskanzlerin die hoffnungsgebende Seite von Krisen. Diese würden dafür sorgen, dass die europäische Familie näher zusammenrückt. Dieser Gedanke werde ihrer Meinung nach auch die deutsche Ratspräsidentschaft prägen. Man könnte meinen, dass Merkel indirekt an die Vernunft beider Staatschefs appelliert und sich zukünftig ein besseres Zusammenspiel erhofft. Ob und wie die angesprochenen Staatsoberhäupter reagieren, bleibt derweil abzuwarten.

Alle Informationen zum politischen Dialog im Video.
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