Der Künstler Christo ist verstorben

Sein bürgerlicher Name war Wladimirow Jawaschew, doch die meisten Menschen kannten den Künstler unter dem Namen Christo. Jetzt ist er im Alter von 84 Jahren verstorben.

Wrapping artist Christo in Berlin

Für viele Menschen ist er der Künstler, der "den Reichstag eingepackt hat", doch Christos Begeisterung für Stoffbahnen und Verpackungen wurde ihm vermutlich schon in der Chemiefabrik seines Vaters mitgegeben. Bei seiner Mutter lernte er dann das Malen und Zeichnen. Für seine kreative Inspiration waren später Künstler wie Marcel Duchamp, Joan Miró und Jean Dubuffet verantwortlich, deren Werke ihn faszinierten. Doch Christo fing schon früh damit an, verschiedene Dinge einzupacken und ließ dabei nie von ihrer Größe aufhalten. Er soll zwar zunächst klein begonnen haben - lediglich mit einer Farbdose - doch dann hat er sich immer weiter gesteigert.

Der Verpackungskünstler

Ein großes Anliegen von Christo war es, die Kunst - seine Kunst - auf den Boden der Tatsachen zu holen und aus ihrem Erhabenheits-Status zu lösen. Das war auch einer der Gründe, warum er kaum an Ausstellungen teilnahm. Er arbeitete viel und häufig gemeinsam mit seiner Frau Jeanne-Claude. Er versperrte eine Pariser Straße mit Ölfässern, als Reaktion auf die Berliner Mauer, wickelte ganze Landschaftszüge in Stoff und verhüllte schließlich auch den Reichstag in Berlin mit gigantischen Stoffmassen. "Alles existiert, um zu verschwinden. So ist auch unsere Kunst nichts, was besessen, erworben oder behalten werden könnte," sagte er einmal über die Kunst und beschrieb damit seine Werke sehr präzise. Am Sonntag ist der Künstler nun im Alter von 84 Jahren in New York verstorben.
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