Brach das Coronavirus in Europa viel früher aus als gedacht?

Bisher wurde davon ausgegangen, dass Europas "Patient Null" im Januar dieses Jahres behandelt wurde. Doch kamen nun neue Informationen ans Licht, die den ersten Corona-Fall viel früher datieren.


Man ging bislang davon aus, dass das Corona-Virus Anfang des Jahres die Gesundheitskrise in Europa einläutete. Professor Cohen, ein behandelnder Arzt an einem Pariser Krankenhaus, hat nun allen Grund, diese Annahme zu korrigieren. Er ging der Vermutung nach, dass sich das Virus bereits im Dezember verbreitete. Er behandelte einen 53-jährigen Mann, der als einziger von insgesamt 14 Patienten nachträglich positiv auf Covid-19 getestet wurde.

Entscheidender Lerneffekt

Aus den erhobenen Daten lässt sich für den Mediziner ableiten, dass die Ausbreitungszeit einen Monat früher anzusetzen ist. Cohen ist sich sicher, dass die Krankenhäuser sich durch die neuen Kenntnisse zukünftig besser vorbereiten können. Diese Annahme gelte aber nur unter der Voraussetzung, dass erste Fälle von der Regierung publik gemacht werden. Zudem unterstreiche die jüngst gemachte Erfahrung, wie wichtig es sei, alte Proben zu untersuchen. Nur so könnten Rückschlüsse auf die Pandemie gezogen werden.

Nötige Nachforschungen

Nicht nur Cohen, auch andere Wissenschaftler brachten wichtige Erkenntnisse zutage. Das Coronavirus könnte schon Mitte November im Osten Frankreichs aufgetreten sein. Kürzlich veröffentlichten Mediziner Röntgenbilder, die für Sars-CoV-2 typische Auffälligkeiten zeigen. Diese Fälle offenbaren, wie wichtig Nachforschungen auf diesem Gebiet für das Krisenmanagement sein können.

Besorgniserregender Krankheitsverlauf

Der 53-jährige Amirouche Hammar ist Fischverkäufer und Vater von vier Kindern. In einem Interview mit der französischen Tageszeitung Le Parisien erzählte dieser, dass er am 27. Dezember 2019 Hilfe rief, da er in der Nacht zuvor Blut hustete und sein Fieber auf über 40 Grad anstieg. Schon Tage zuvor habe er sich unwohl gefühlt, doch sei er von einer saisonalen Grippe ausgegangen. Ähnliches nahmen wohl auch die Ärzte des Jean-Verdier-Krankenhauses in Bondy an, denn hier wurde er zunächst als Routinefall behandelt.

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