Verstöße gegen Corona-Regeln bei Berliner Demo

Nach Angaben der Polizei waren es rund 3000 Menschen, die am Sonntag in Berlin an Land und zu Wasser für die Rettung der dortigen Club-Kultur demonstrierten. Hygieneregeln soll ein großer Teil der überwiegend jungen Teilnehmer dabei nicht beachtet haben.

Water demonstration with boats

Am Ende sollen es etwa 400 Boote gewesen sein, die auf dem Berliner Landwehrkanal vom Treptower Hafen bis nahe an die Hobrechtbrücke in Kreuzberg schipperten. Anlass für das ungewöhnliche Bild war eine gemeinsame Demonstration der "Rebellion der Träumer" und anderer kultureller Kollektive aus Berlin. Die Veranstaltung am Landwehrkanal sollte auf die massiven Probleme von Künstlern und Veranstaltern - insbesondere aus der Rave-Szene - während der Corona-Krise aufmerksam machen. Die Organisatoren forderten unter dem Motto "Für die Kultur - Alle in einem Boot" staatliche Hilfen, um die Kulturbetriebe in Berlin zu retten.

Hohe Teilnehmerzahl überraschte

Mit mehreren tausend Teilnehmern hatte jedoch offenbar niemand gerechnet. Als die Demo um 12:00 im Treptower Hafen startete, lies sich ihr Ausmaß noch nicht erahnen. Erst als sich auf dem Landwehrkanal immer mehr Boote der Prozession anschlossen, wurde klar, dass die Mischung aus Demo und Party ihren vorgesehenen Rahmen sprengte. Die Polizei musste schließlich wegen der vielen Boote, die sich auf dem Wasser drängten, sogar einen Teil des regulären Verkehrs von Fahrgastschiffen auf dem Kanal unterbrechen.

Verstoß gegen Corona-Regeln

Bildmaterial der Veranstaltung zeigt, dass viele der Demonstranten die Bitte der Organisatoren auf Facebook, alle sollten sich an die vorgeschriebene Maskenpflicht und den Mindestabstand halten, ignorierten und sich mehr auf das gemeinsame Feiern konzentrierten. Nach Angaben der Berliner Polizei haben die Veranstalter mehrfach versucht, die Teilnehmer dazu zu bewegen, sich an die Hygienemaßnahmen zu halten, scheiterten jedoch.

Erst nach einem Gespräch mit den Beamten und Beschwerden wegen zu lauter Musik erklärten sie die Demo gegen 17:35 nahe des „Klinikum am Urban" in Kreuzberg für beendet. Es dauerte anschließend noch mehrere Stunden, bis die Versammlung sich tatsächlich zerstreut hatte.
In Berlin sind schon seit dem 30. Mai Demonstrationen ohne Teilnehmerlimit erlaubt, solange Mindestabstand und Maskenpflicht eingehalten werden.

Entschuldigung nach Kritik

Die Berliner Polizei teilte mit, dass bei der friedlichen Demonstration keine Verhaftungen und auch keine Identitätskontrollen vollzogen worden seien. Die Organisatoren entschuldigten sich am Montag auf Facebook dafür, dass der Endpunkt der Veranstaltung direkt vor einem Klinikum lag. Dies sei „schlecht gewählt und symbolisch völlig unangemessen" gewesen. Sie regierten damit auf die Kritik mehrerer Politiker an der Aktion.
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