Barack Obama ruft zu Protesten auf

Er war der erste und einzige afroamerikanische Präsident Amerikas. Verständlich also, dass sich auch Barack Obama zum Thema Polizeibrutalität gegenüber Schwarzen zu Wort meldet. Mehr noch, er ruft zu Protesten auf.


Obama asks TV stations to take down anti-Biden ads using his voice

Infolge eines brutalen Polizeieinsatzes wurde der schwarze US-Amerikaner George Floyd von einem Beamten getötet. Dieser Vorfall löste eine Welle von Demonstrationen und Kundgebungen aus, die Rassismus im Allgemeinen und Polizeigewalt gegenüber Schwarzen im Besonderen an den Pranger stellen. Über soziale Netzwerke teilt Obama nun seine Gedanken zur neu entflammten Diskussion und appelliert an die Leser.

"Aufrichtige und legitime Frustration"

Wo Donald Trump die Ausschreitungen und Demonstrationen verteufelt und dagegen wettert, solidarisiert sich der Ex-Präsident mit den Protestlern. In einem Post äußert Obama sein tiefes Verständnis: "Die überwiegende Mehrheit der Demonstranten ist friedvoll, mutig, verantwortungsbewusst und inspirierend. Sie verdient unseren Respekt und unsere Unterstützung, nicht Verurteilung." Allerdings müsse laut Obama zwischen derart friedfertigen Protestlern und gefährlichen Demonstranten unterschieden werden. So würde eine Minderheit aus echtem Zorn oder bloßen Opportunismus auf Gewalt zurückgreifen. Obama erzählt, er habe eine ältere schwarze Frau gesehen, die unter Tränen interviewt wurde, da das einzige Lebensmittelgeschäft in ihrer Nachbarschaft verwüstet zurückgelassen wurde.

Viele Arten des Protestes

Obama appelliert in seinem Post auch an den Verstand aller. So seien Demonstrationen nicht die einzige Art, Missstände zu bekämpfen. Auch politische Partizipation - wie der Gang zur Wahlurne - sei ein Ausdruck des Protestes: "Wenn wir wollen, dass unser Strafjustiz-System und die amerikanische Gesellschaft insgesamt nach einem höheren ethischen Kodex arbeiten, müssen wir diesen Kodex selbst modellieren."

Obama vs. Trump

Die breit geteilten Worte Obamas scheinen einen wunden Punkt getroffen zu haben. So reagierte eine US-Amerikanerin gerührt: "Wir brauchen Ihre Worte im Moment so sehr wie nie zuvor! Wie können wir zu echten Führung zurückkehren, wenn wir den Mann im Amt haben?" Knapp viertausend Mal stimmten andere der Aussage der Frau in Form von Likes zu. Der Großteil der amerikanischen Bevölkerung ist empört über Trumps Umgang mit den Protesten. Ob dieser die Kritik verinnerlicht, gilt als unwahrscheinlich.
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