Kindesmissbrauch in Münster: Erzieherin verdächtigt

Die Polizei hat in Münster einen Pädophilen-Ring entlarvt. Eine der mutmaßlichen Mitglieder der Gruppe arbeitete offenbar als Erzieherin in einem Kindergarten.


Insgesamt elf Verdächtige sind es, die nach bisherigem Wissensstand in den Missbrauchsskandal in Münster verwickelt sein wollen. Sieben von ihnen befinden sich zurzeit in Untersuchungshaft. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 27-jähriger IT-Spezialist. Dieser soll über mehrere Monate den sexuellen Missbrauch von Kindern in der Gartenlaube möglich gemacht und sich auch selbst daran beteiligt haben.

Unscheinbarer Ort

Von außen soll es eine Laube sein wie viele andere: Gepflegte, helle Wände, ein ruhiger Ort wie es viele in Münster gibt. Doch der Schein könnte nicht mehr trügen: Was sich hinter dieser bürgerlichen Fassade abgespielt haben soll, ist offenbar so schrecklich, dass ermittelnde Polizisten es in Ermangelung besserer Worte als „abscheulichen Dreck" und „unvorstellbar" bezeichnen.
Drei Kinder – so viele wurden zumindest bisher identifiziert – sollen hier auf schwerste Art missbraucht worden sein. Die Taten fanden nach Angaben der Polizei mit Wissen und zum Teil sogar mit Beteiligung der Erziehungsberechtigten statt.

Kinder systematisch zum Missbrauch angeboten

Bei den identifizierten Opfern handelt es sich um den 10-jährigen Sohn der Partnerin des Hauptverdächtigen, den Neffen eines Verdächtigen sowie den Sohn eines weiteren mutmaßlichen Täters. Die Polizei verfügt über Videomaterial, dass den stundenlangen Missbrauch der Kinder zeigt. Dahinter steckt offenbar ein abscheuliches Geschäftsmodell: Die Opfer wurden anscheinend über das Darknet bundesweit anderen Pädophilen zum Missbrauch angeboten. Die Polizei stellte eine große Menge Videomaterial sicher, das von dem 27-jährigen ITler professionell verschlüsselt wurde. Dieser war der Polizei bereits wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornographie bekannt.

Erzieherin Teil der Verdächtigen

Die Besitzerin der Gartenlaube ist die Mutter des IT-Spezialisten. Auch sie befindet sich in Untersuchungshaft. Die Frau arbeitete Medienberichten zufolge bis zu ihrer Festnahme als Erzieherin in einem Kindergarten. Dieser sei über die Vorwürfe informiert worden. Wieviel die Frau von dem wusste, was in ihrer Gartenlaube vorging, ist noch nicht bekannt. Die Polizei gehe jedoch davon aus, dass es sich bei ihr um eine Mitwisserin handelt.


Mehr Infos zu dem Missbrauchsskandal in Münster zeigt das Video.
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