So sicher sind die Corona-Tracing-Apps

Die Corona-Warn-App hat am Dienstag erst gestartet und wurde bereits millionenfach runtergeladen. Doch viele Menschen sind besorgt, was mit ihren Daten geschieht, wenn sie die Applikation nutzen. Wie sicher sind Corona-Apps wirklich?

Am Dienstagvormittag wurde die neue Corona-Warn-App von Bundesgesundheitsminister Spahn und dem Innenministerium vorgestellt. Sie soll dabei helfen die Verbreitung von Covid-19 einzudämmen und die Rückverfolgung des Virus einfacher zu machen. Jens Spahn bezeichnete die Applikation als sicher, zuverlässig und einfach in der Handhabung, doch wie sicher sind die Corona-Apps wirklich? Auch in anderen Ländern wurden bereits ähnliche Apps wie in Deutschland entwickelt, dort vielen die Erfolge allerdings verschieden aus.

Viele Apps erfüllen nicht die gewünschten Kriterien

In Norwegen beispielsweise wurde vor kurzem eine Corona-App vorgestellt, die aber nach der vehementen Kritik von Datenschützern wieder von Markt genommen werden musste. Sie wurde testweise in drei Ortschaften ausprobiert. In Norwegen scheiterte die App an einer zu niedrigen Infektionszahl, die laut Datenschützern keine Freigabe von persönlichen Daten rechtfertigen würde. "Wir hatten Anlass zur Sorge, dass die Regierung zu den Kontakt-Tracing-Apps greifen würden, die am meisten in die Privatsphäre eindringen, ohne Alternativen in Betracht zu ziehen, die den Bedarf ebenfalls decken. Einen Bedarf der legitim ist, bei der jedoch die Verbreitung begrenzt wird, ohne die Privatsphäre auszuhöhlen. Beides schließt sich nicht aus", so eine Expertin zur Corona-App in Norwegen. Einer Studie von Amnesty International zur Folge, greift die norwegische App besonders stark in die Daten ihrer Nutzer ein, denn diese werden alle 60 Minuten auf einem Server neu gespeichert.

"Sicher, freiwillig und einfach. Mehr geht kaum."

In Deutschland gibt es eine ähnliche App nun seit Dienstag, die alle deutschen Staatsbürger kostenlos und freiwillig runterladen können. Der große Unterschied zu Norwegen ist, dass die Daten nicht zentral gespeichert werden. Jens Spahn hat große Hoffnungen beim Einsatz der App im Kampf gegen Covid-19. "Die App wird jeden Tag, jede Stunde besser werden. Sie ist sicher, sie ist freiwillig und sie ist einfach handhabbar. Mehr geht kaum", sagte der Gesundheitsminister in der Pressekonferenz am Dienstag. Mit zunehmender Nutzung und Rückmeldung soll die App also immer weiter verbessert und mögliche Fehler behoben werden.

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