Steigen die GEZ-Gebühren noch stärker an?

Dieses Jahr tagte die Jahrespressekonferenz des für den Rundfunkbeitrag zuständigen Beitragsservice zum ersten Mal online. Die vermeldeten Zahlen zeigen, dass die Gesamterträge gewachsen sind. Aufgrund von Corona könnte sich das aber bald ändern. Was bedeutet das für die Verbraucher?


Beitragsservice ARD und ZDF, German radio and television license

Im Jahre 2019 haben ARD, ZDF und Deutschlandradio über acht Milliarden Euro eingenommen. Das bedeutet einen Zuwachs von 60 Millionen Euro. Ausschlaggebend sei der Meldedatenabgleich aus dem Jahre 2018: Hierbei wurden nicht nur Umzugs-Meldedaten, sondern auch die von unbekannten Wohnungen aufgespürt. Reagierten die Adressierten nicht auf die Mahnung, wurden diese automatisch angemeldet.

500.000 neue Beitragszahler

In der Folge des Meldedatenabgleichs konnte eine halbe Million neuer Beitrags-Zahler aquiriert werden, was den Überschuss zum Großteil bedingt. Ende 2019 wurde im Vergleich zum Vorjahr rund ein Prozent mehr Wohnungen angemeldet.

Nicht nur positiver Zuwachs

2019 stieg eine Kennzahl, die für die GEZ negativ aufzunehmen ist: Knapp 131.000 Personen wurden vom Rundfunkbeitrag für ihre Nebenwohnung befreit. Ob die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auch Einfluss auf die zukünftige Beitragshöhe haben wird, wurde in der Konferenz nicht beantwortet. Noch seien die Konsequenzen nicht abzusehen. Der Leiter der Stabsabteilung Kundenmanagement und Berichtswesen, Bernd Roßkopf, geht von derartigen Entwicklungen aber aus: Die Auswirkungen würden vermutlich erst verzögert beim Beitragsservice ankommen. Privatpersonen müssten zuallererst den Status eines Sozialempfängers erreichen, bevor sie von der Beitragsbefreiung Gebrauch machen können. Betriebsstätten erreichen diese Freistellung bei Schließung mit einer Verzögerung von drei Monaten. Die bisherigen Freistellungs-Anfragen würden bisher keine stichhaltigen Spekulationen erlauben.

Die Entscheidungsträger

Ob der Rundfunkbeitrag in Zukunft ansteigen wird, hänge nicht zuletzt von der Politik ab. In erster Linie müsste bei markanten Beitragsrückgängen zwar die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs prüfen, welcher Anteil bei den Rundfunkanstalten überhaupt noch ankommt, doch liege die Entscheidung etwaiger Beitragserhöhungen schlussendlich bei der Regierung.

Anfang 2021 steht erst einmal eine monatliche Beitragserhöhung von 86 Cent an, wenn denn die Länderparlamente den Entwurf durchwinken. Aktuell gilt die Erhöhung als umstritten.
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