NRW: Weiterer Corona-Ausbruch in einem Fleischbetrieb

Wieder ist es ein Betrieb aus der Fleischproduktion, wieder ist es Nordrhein-Westfalen, in dem mehrere Arbeiter positiv auf Corona getestet wurden. Und das hat fatale Folgen für das Bundesland.


Ein Corona-Ausbruch in einem Unternehmen, das Dönerfleisch produziert, sorgt in NRW für Aufsehen. In Moers wurden 275 Mitarbeiter und aus Sicherheitsgründen weitere 43 Personen auf Covid-19 getestet. 79 von ihnen zeigten ein positives Ergebnis und befinden sich derzeit in Quarantäne. Der Betrieb wurde, nachdem sich die Mitarbeiter am Mittwoch dem Test unterzogen, vorsorglich geschlossen.

Da bereits angelieferte Frischware weiterverarbeitet werden müsse, um nicht zu verderben, dürfen wenige Mitarbeiter für einige Tage und unter strengen Auflagen die Fabrik betreten.

"Hervorragendes Hygienekonzept"

Bereits im Mai sei eine Testung aller Mitarbeiter vorgenommen worden. Einige befanden sich zu der Zeit aber im Urlaub oder in Kurzarbeit, sodass die Tests nachgeholt werden mussten. Nach sorgfältiger Überprüfung des Betriebs hielten die Sachverständigen fest, dass dieser ein "hervorragendes Hygienekonzept" vorlegen konnte. Im Gegensatz zum Fleischbetrieb Tönnies kommt das Döner-Unternehmen gut weg: Weder müssten die Mitarbeiter in verwahrlosten und überteuerten Sammelunterkünften wohnen, noch würden Werkverträge geschlossen.

Bundesweite Kontrollen

Da sich einige Fleisch-verarbeitende Betriebe als Corona-Hotspots erwiesen, wurden in Hessen vorsorglich alle Fleischbetriebe - insgesamt 19 Unternehmen - untersucht. Laut dem Sozialministeriums seien hierbei aber keine schwerwiegenden Mängel und keine erhöhte Corona-Gefahr entdeckt worden: „Es wurden keine gravierenden Arbeitsschutzdefizite im Hinblick auf die Arbeits- und Wohnbedingungen vorgefunden", so eine Sprecherin in Wiesbaden. Zwar seien hinsichtlich des Infektions- und Arbeitsschutzes Mängel zutage getreten, doch konnten diese unverzüglich beseitigt werden.

Tönnies-Skandal

Seit sich im Schlachtbetrieb Tönnies mehr als 1500 Menschen mit dem Coronavirus infizierten, stehen Fleischverarbeitende Unternehmen unter strenger Beobachtung. Und die Skandale brechen nicht ab. So teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) jüngst mit, dass höchstwahrscheinlich einige Tönnies-Mitarbeiter nicht auf Corona getestet worden sind. Eine komplette Erfassung der Menschen sei rückwirkend kaum möglich gewesen. Einige Bundesländer - darunter Niedersachsen und Bremen - sprachen nun ein Einreiseverbot aus.

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