KSK-Einheit: Sprengstoff und Munition verschwunden

Die KSK-Einheit der Bundeswehr hat große Probleme mit Rechtsextremismus in ihren eigenen Reihen und soll daher nun in Teilen aufgelöst werden. Doch jetzt gibt es noch ein anderes Problem, denn auf einmal sind Unmengen an Waffen und Sprengstoff nicht mehr auffindbar.

Special Commando Forces of the German Military

Die KSK-Eliteeinheit hat ein großes Problem mit Extremismus und soll nun teilweise aufgelöst werden, so hat es das Bundesverteidigungsministerium beschlossen. Der Rest der Einheit soll grundlegend umstrukturiert und erneuert werden. Auch das ist Teil der Reaktion auf die rechtsextremen Vorfälle bei der KSK-Einheit. Im Mai 2020 hatte die Polizei in Sachsen auf dem Grundstück eines KSK-Soldaten ein riesiges Waffendepot gefunden. Ein ganzes Lager an Sprengstoff, Waffen, Munition und sogar Zündschnüren wurde ausgegraben.

Munition und Sprengstoff vermisst

Doch jetzt hat die Eliteeinheit ein neues Problem: Offenbar werden massenweise Munition und Sprengstoff vermisst. Laut Auskunft der Bundeswehr sollen Zehntausend Schuss Munition und 62 Kilo Sprengstoff fehlen. Momentan ist noch nicht klar, ob das Vermisste Material durch Ungenauigkeiten bei Ein- und Ausbuchungen abhanden gekommen ist, in Einsätzen verbraucht wurde oder ob es tatsächlich von Mitgliedern der KSK-Einheit abgezweigt wurde, zu welchem Zweck auch immer.

Bundeswehr warnt vor Attentaten mit verschwundenem Sprengstoff

Doch der Generalinspekteur der Bundeswehr ist äußerst besorgt. "Das ist keine Kleinigkeit. Das ist wirklich ein Gefährdungspotential, was sich dahinter aufbaut", erklärt Eberhard Zorn in einer Pressekonferenz mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Zorn befürchtet offenbar, dass die vermisste Munition und der Sprengstoff erneut in die Hände des Rechtsextremismus der eigenen Einheit gefallen sein könnte. Er warnt ausdrücklich davor, dass die fehlenden Materialen für Attentate und Terroranschläge eigesetzt werden könnten.

Verteidigungsministerin droht mit weiteren Maßnahmen

Auch die Verteidigungsministerin ist nicht glücklich über den Vorfall. "Wir ermitteln da mit allem was wir haben. Das ist in der Tat eine neue Qualität", sagt sie in der Konferenz und droht mit weiteren Konsequenzen für die KSK-Einheit. Er kürzlich gab sie bekannt, die zweite der vier KSK-Einheiten auflösen zu wollen und für eine grundlegende Reform zu sorgen. Sie bemängelt unter anderem den Führungsstil der Einheit, die extremistischen Vorfälle und den schlampigen Umgang mit Waffen und Sprengstoff. Jetzt drohte Kramp-Karrenbauer mit weiteren Konsequenzen, sollten die Maßnahmen nicht zu Änderungen führen. "Die Soldatinnen und Soldaten wissen, wenn sie ihr KSK erhalten wollen, dann müssen sie es besser machen", sagte die Politikerin bei der Pressekonferenz.
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