"Wählen mit 16?" – neue Studie veröffentlicht

Seit längerer Zeit gewinnt die Diskussion um eine Senkung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahre an Fahrt. Politikwissenschaftler haben nun eine neue Studie zu diesem Thema veröffentlicht, in der sie ein Experiment wagen.


Seit 50 Jahren sind 18-jährige Deutsche in der Lage, ihre politischen Vertreter zu wählen. Vorher lag das Wahlalter bei 21 Jahren und auch damals war ein heißer Disput darum entbrannt, ob man derart jungen Menschen das Wahlrecht anvertrauen sollte. Die Studie "Wählen mit 16?", geschrieben von den Politikwissenschaftlern des Otto-Suhr-Instituts an der Freien Universität Berlin Arndt Leiniger und Prof. Thorsten Faas, behandelt genau diese Fragestellung und kommt zu einem relativ klaren Ergebnis.

Vergleich zweier Bundesländer

Für die Studie verglichen Leiniger und Fass in zwei Bundesländern die Landtagswahlen von 2019: In Brandenburg durften 16-Jährige wählen, in Sachsen nicht. Der Auswertung zufolge würde das niedrige Wahlalter tatsächlich als Bindeglied zwischen jungen Wählern und Politik funktionieren, jedoch vor allem "in privilegierten heimischen oder schulischen Kontexten". Es besteht also die Gefahr, dass eine Herabsetzung des Wahlalters nur dem privilegierten Teil der Gesellschaft zugute kommt und dadurch die soziale Ungleichheit bei der Wahlbeteiligung weiter steigt. Dementsprechend berge die Senkung zwar Potenzial, sei nach Faas aber auch "kein Selbstläufer".

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