Der neue Corona-Fahrplan im Überblick

Bund und Länder einigen sich auf schärfere Corona-Maßnahmen. Die neuen Regelungen gelten aber nicht durchweg bundesweit.


Am vergangenen Donnerstag verhandelten Merkel und die Ministerpräsidenten in einer Bund-Länder-Konferenz wegen wieder steigender Infektionszahlen über Regelungen zu den Themen Maskenpflicht, Reisebeschränkungen und Großveranstaltungen. Die Regeln treten zum Teil ab sofort in Kraft.

Verstöße gegen die Maskenpflicht

Maskenverweigerer müssen zukünftig tief(er) ins Portmonee greifen, wenn sie in Bus und Bahn erwischt werden. Wie tief genau, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. Das Mindestbußgeld liegt fortan bei 50 Euro: In Brandenburg, im Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt gab es zuvor keinerlei Geldstrafe. In Rheinland-Pfalz und Niedersachsen muss die Höhe der Strafzahlung nach oben korrigiert werden. In Bayern beträgt das Bußgeld bereits stolze 250 Euro und mit 150 Euro bestraft Nordrhein-Westfalen die Missachtung der Maskenpflicht.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der in den Verhandlungen Sachsen-Anhalt vertrat, zeigte sich auf dem Gipfel nonkonform. Seiner Ansicht nach hielte sich die Bevölkerung an die Corona-Regeln, eine Geldstrafe würde ein falsches Zeichen setzen. Sein Einspruch wurde in einer Protokollnotiz festgehalten.

Umgang mit Urlaubs-Heimkehrern

Nur noch bis zum 15. September können Reiserückkehrer kostenlose Corona-Tests in Anspruch nehmen, wenn sie aus einem Nichtrisikogebiet kommen. Einzig Bayern will die Frist bis zum 1. Oktober verlängern. Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet sind dazu verpflichtet, sich in eine zweiwöchige Quarantäne zu begeben. Diese kann frühestens fünf Tage nach Einreise durch ein negatives Testresultat frühzeitig beendet werden. Geltend wird diese Regelung ab dem 1. Oktober.

Häusliche Quarantäne wird zukünftig stärker kontrolliert und bei Missachtung härter bestraft. Es wurde in Aussicht gestellt, Corona-Tests im Risikoland selbst verpflichtend anzubieten, um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren.

Schule und Betreuung

Beim Thema Schulbetrieb sind Bund und Länder sich einig. Zum einen soll ein einheitliches Hygienekonzept andauernden Präsenzunterricht ermöglichen. Zum anderen soll die Digitalisierung in Schulen mit einem Sofortprogramm von zusätzlichen 500 Millionen Euro vorwärtsgetrieben werden.

Fünf zusätzliche Betreuungstage sollen gesetzlich Versicherte mit Anspruch auf Kinderkrankengeld entlasten. Alleinerziehenden werden sogar zehn zusätzliche Tage zugestanden.

Alle Themen und Entscheidungen des Merkel-Gipfels im Video.
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