TV-Schlagabtausch zwischen Wagenknecht und Thelen

In der neuesten Episode von "maischberger. die woche" stach vor allem eine Debatte hervor: Der Schlagabtausch von Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht und Start-Up-Investor und Unternehmer Frank Thelen zum Thema Corona-App.


Seinen Ursprung hat der Konflikt der beiden bereits im Juli, als Wagenknecht in einem Interview der Sendung "Jung & Naiv" das Herunterladen der App öffentlich ablehnte und Thelen sie und ihre Entscheidungskompetenz dafür auf Twitter infrage stellte. Wörtlich bezeichnete er den Standpunkt Wagenknechts als "Blödsinn".

"Wobei hat sie bisher geholfen?"

An der Meinung der beiden zu diesem Thema hat sich bis heute offensichtlich nichts geändert. Wagenknecht argumentierte unter anderem mit dem Sicherheitsrisiko, das mit der Nutzung der App via Bluetooth und der gigantischen Datensammlung der Nutzer einhergehe. Thelen konterte, dass viele Menschen beispielsweise ihre Kopfhörer oder andere Geräte ohnehin per Bluetooth mit ihrem Handy verbänden und der Code der App öffentlich zugänglich sei. Dadurch könne jeder Nutzer sehen, dass keine privaten Daten von der App abgefragt würden. Zwei Argumente, die wenig Eindruck auf seine Kontrahentin machten. Diese empfindet die Nutzung von Smartphones, welche permanent Daten an große Konzerne wie Apple oder Google senden, nämlich im Allgemeinen als problematisch.

Thelen wiederum sieht die App - und damit verbunden auch Smartphones - als hilfreiche Werkzeuge im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus'. "Wobei hat sie bisher geholfen?" fragte Wagenknecht, Thelen bleibt ihr eine konkrete Antwort schuldig, verweist allerdings auf die Funktion der App, ihre Nutzer zu warnen, sobald eine Kontaktperson positiv auf Covid-19 getestet wurde.

Mehrheit der Deutschen lehnt App ab

Dabei machte Thelen die Erfahrung, dass das System der App nicht immer reibungslos funktioniert. Als er selbst positiv getestet worden war, erhielt die App diese Information nicht sofort. Der Grund: Das Labor, welches den Test durchführte, gehörte zu den wenigen in Deutschland, die nicht automatisch Daten an die App weiterleiten. Erst nachdem er selbst aktiv wurde, erhielten seine Kontaktpersonen eine Warnung, Tage nach dem positiven Test. Die Angst, Daten in die Hände von Unternehmen zu geben, die laut Thelen in Deutschland besonders ausgeprägt ist, zeigt sich auch in einer jüngsten Umfrage. Laut dieser sollen 52% der Deutschen nicht dazu bereit sein, die Corona-App herunterzuladen.

Alle wichtigen Infos zeigt auch das Video.
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