Friedlicher Start des Oktoberfestes ohne Wiesn

Es ist das erste Mal seit 1949, dass das Oktoberfest in München ausfallen muss. Der Grund: Corona. Doch die Stadt lässt sich so einfach nicht unterkriegen und startet friedlich in die so genannte Nicht-Wiesn.

"Ozapft" ist trotzdem: Der ehemalige Oberbürgermeister von München, Christian Ude, stach das Fass im so genannten Schillerbräu im Bahnhofsviertel der Stadt an und eröffnete damit das etwas andere Oktoberfest. Das Fass beinhaltete zwar nur 20 Liter Bier, doch die Freude der Gäste war trotzdem groß. Der so genannte "Hirschen" auf der Wiesn - das Fass mit dessen Öffnung das Oktoberfest beginnt - ist zwar zehnmal so groß und fasst rund 200 Liter, doch mitten in einer Pandemie ist ein Volksfest, das jährlich eigentlich rund 6,3 Millionen Gäste besuchen, eben nur unter besonderen Bedingungen möglich.

In 210 Jahren nur 25 Mal ausgefallen

Seit seiner Entstehung im Jahr 1810 ist das Oktoberfest nur 25 Mal ausgefallen: In den meisten Fällen waren Kriege der Grund für den Ausfall, doch schon zweimal war ebenfalls eine Pandemie Schuld. In beiden Fällen handelte es sich damals allerdings um die Cholera. In diesem Jahr ist die Covid-19-Pandemie für die Absage des größten Volksfestes der Welt verantwortlich. Mitten im Lockdown, am 21. April, verkündete die bayerische Regierung den diesjährigen Ausfall der Feierlichkeiten, sehr zum Leidwesen der Wirte, Fahrgeschäftbetreiber und vor allem der Besucher. Doch die Stadt München hat sich etwas überlegt.

So soll Wiesnstimmung aufkommen

Während des Wiesnzeitraums vom 19. September bis zum 4. Oktober soll es ein Alternativ-Programm geben. In zahlreichen Gaststätten will man das Oktoberfest feiern, Fahrgeschäfte sollen überall in der Stadt verteilt werden und so ein Stück Wiesnstimmung schaffen. Es soll das originale Bier ausgeschenkt und natürlich Hendl, Haxn und Brezn serviert werden. Auch verschiedene musikalische Veranstaltungen sollen stattfinden.

Tradition gibt es trotzdem

Mit der Nicht-Wiesn stellen die Münchner Gastronome und Brauhäuser einen Bezug zum allerersten Oktoberfest her. Im Jahr 1810 fand zu der Zeit eine königliche Hochzeit auf der Theresienwiese statt, bei der sogar ein Pferderennen veranstaltet wurde. Gegessen, getrunken und gefeiert wurde aber nicht auf der Wiesn, sondern in den umliegenden Gasthäusern, ähnlich wie in diesem Jahr. Das Fest in seiner heutigen Form entwickelte sich erst nach und nach.

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