Corona: Auf die Blutgruppe kommt es an

Wo die einen leichte Corona-Symptome zeigen oder die Infektion gänzlich unbemerkt bleibt, müssen wieder andere mit starken Krankheitsanzeichen kämpfen. Mehrere Studien haben ergeben, dass die Blutgruppe ein wichtiger Indikator für den Krankheitsverlauf sein kann.


Unterschiedliche Studien - unter anderem aus Kanada und Dänemark - bestätigen eine Vermutung, die Experten schon geraume Zeit haben: Menschen mit bestimmten Blutgruppen erkranken nicht nur häufiger als andere, sondern auch schwerer an Covid-19. Das sind die Ergebnisse.

Blutgruppe A ist besonders gefährdet

Bereits im Sommer dieses Jahres hatten norwegische und deutsche Wissenschaftler erkannt, dass die Blutgruppe entscheidenden Einfluss auf die Ansteckung mit dem Coronavirus hat. Die Kanadier bestätigen diese These nun mit einer Studie: Demnach sind Personen der Blutgruppe A am gefährdetsten. Dieses Ergebnis ist deshalb so entscheidend, da 43 Prozent aller Menschen in Deutschland diese Blutgruppe haben.

Blutgruppe 0-Patienten haben Glück

Ein Ergebnis der Studien ist, dass sich Personen mit Blutgruppe 0 deutlich seltener anstecken als solche mit Blutgruppe A, B oder AB. Obwohl ähnlich viele Menschen (41 Prozent) Blutgruppe 0 aufweisen, soll das Risiko einer notwendigen Beatmung nur halb so hoch ausfallen. Im Schnitt müssen Corona-Erkrankte der Blutgruppe A 13,5 Tage auf der Intensivstation bleiben, bei Patienten mit der Blutgruppe 0 seien es durchschnittlich nur neun Tage.

Blutgruppe B im Mittelfeld

Die beiden Blutgruppen B und AB sind weniger verbreitet: Elf Prozent aller Menschen haben Blutgruppe B, fünf Prozent Blutgruppe AB. Die Studienergebnisse zeigen, dass insbesondere Blutgruppe B keine bestimmte Tendenz aufzeigt. Was das Ansteckungsrisiko und das Ausmaß der Symptome angeht, liegen diese Blutgruppen eher im Mittelfeld.

Experten-Empfehlung

Dr. Mypinder Sekhon, Notarzt im Vancouver General Hospital und Co-Autor der kanadischen Studie, rät trotz der Ergebnisse von Panikmache ab: "Wenn jemand Blutgruppe A hat, ist das kein Grund zur Panik. Und Menschen mit Blutgruppe 0 haben trotzdem keinen Freifahrtschein, um in Kneipen und Bars zu gehen."

Die Studienergebnisse helfen Experten bei der Entwicklung eines Heilmittels. Wann dieses auf den Markt kommen wird, bleibt weiterhin unklar. Alle Informationen auch im Video.
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