Letzter Wahltag in den USA: Kampf bis zum Schluss

In den USA ist der letzte Wahltag der Präsidentschaftswahlen angebrochen. Der amtierende Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden schenken sich bis zum Ende nichts.

Diverse Promis rührten in den letzten Tagen nochmal die Werbetrommel für den Gang zur Wahlurne. Möglichst viele amerikanische Bürger sollen an der Wahl teilnehmen, die entscheidet, ob der skandalumwitterte Unternehmer Donald Trump eine weitere Amtsperiode im Weißen Haus verbringen wird.

Denkwürdige Debatten

Der Kandidat der Demokraten Joe Biden hatte sich im September und Oktober zwei Rededuellen mit Trump gestellt. Ursprünglich geplant waren drei, nachdem Trump sich jedoch mit dem Coronavirus angesteckt hatte und sich anschließend weigerte, einer virtuellen Diskussion beizuwohnen, fanden nur zwei Debatten statt.

Der erste TV-Showdown dürfte als einer der chaotischsten verbalen Schlagabtausche zwischen zwei Präsidentschaftskandidaten in die amerikanische Geschichte eingehen. Trump unterbrach Biden ständig, ließ diesen nicht zu Wort kommen. Die beiden beschimpften sich, an einem Punkt fuhr Biden Trump mit den Worten "Würden Sie die Klappe halten, Mann?" an.

Moderator Chris Wallace war machtlos. Umfragen zufolge zeigten sich viele Amerikaner verärgert über das TV-Duell, bei dem politische Inhalte neben dem Gezanke eher nebensächlich wirkten.

Die zweite und letzte Debatte lief dagegen deutlich gesitteter ab: Diesmal stand die Drohung im Raum, das Mikro eines Kandidaten stummzuschalten, sollte dieser den anderen nicht ausreden lassen. Hier konnten Trump und Biden die Schwerpunkte ihrer Politik darlegen.

Schlagabtausch bis zum Schluss

Bis zuletzt attackierten sich die beiden Kandidaten. Biden nannte Trump mehrfach "rassistisch" und "korrupt" und prangerte dessen Umgang mit der Corona-Krise an, bei der dieser völlig versagt habe. Trump treibe außerdem einen Keil zwischen die Amerikaner, hetze und spalte wo er nur könne.

Trump wiederum warf Biden vor, die USA wirtschaftlich in eine "tiefe Depression" zu treiben auch er sei "korrupt" und wolle außerdem mit neuen Corona-Maßnahmen aus Amerika einen "Gefängnisstaat" machen.

Tag der Entscheidung

Welcher der beiden Kandidaten am Ende vorne liegen wird, ist noch unklar. Laut Prognosen führe Biden sowohl in der Gesamtanzahl der Stimmen als auch in der Mehrheit der unentschlossenen "swing states" vor Trump.

Die Prognosen können sich dennoch auch als falsch erweisen, wie die letzte Präsidentschaftswahl 2016 zeigte, die Trump überraschend gewann. Grund dafür ist das Wahlsystem der Vereinigten Staaten, in dem auch ein Kandidat, der in der Gesamtzahl der Bürgerstimmen (popular vote) vor seinem Kontrahenten liegt, die Wahl verlieren kann.

Die ersten Ergebnisse der diesjährigen Wahl werden voraussichtlich Mittwochmorgen mitteleuropäischer Zeit vorliegen.

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