Start-ups mit Migrationshintergrund: Neue Chancen

Eine Studie der KfW-Bank hat ergeben, dass Deutschland deutlich von den angestiegenen Existenzgründungen durch Menschen mit Migrationshintergrund profitiert. Das Vorreiterbeispiel der Woche ist das deutsche Unternehmen Biontech, das derzeit den Impfstoff gegen den Coronavirus entwickelt. Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci sind Kinder türkischer Einwanderer.


Colleagues brainstorming in a tech start-up office

Volkswirtschaft profitiert von Existenzgründungen

Das Biotechnologie-Unternehmen ist nur ein Beispiel von vielen. Vergangenes Jahr hat Deutschland 605.000 Existenzgründungen verzeichnet, von denen 106.000 Gründerinnen bzw. Gründer ausländische Wurzeln hatten. Dieser Anteil nahm - verglichen mit 2018 - um 5 Prozent zu und stieg auf 26 Prozent. So hatte mehr als jede vierte Existenzgründung des letzten Jahres ausländische Wurzeln. Das ergab die Studie der KfW.

Der Grund dafür sei die Wachstumsorientierung und der Innovationsgeist von Migrantinnen und Migranten. Doch diese Einstellung käme laut der Studie nicht von ungefähr: Menschen mit Migrationshintergrund haben oft schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Daher rühre die Motivation, sich selbstständig zu machen. Weitere Einflussfaktoren seien die eher höhere Risikobereitschaft und die Vorbildwirkung von Verwandten und Bekannten, die sich bereits selbstständig gemacht haben.

Deutschland profitiere seit einigen Jahren von der höheren Bereitschaft von Migrantinnen und Migranten zur Selbstständigkeit, sagt Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank KfW. Gründungen im Allgemeinen seien wichtig für die zukünftige Entwicklung der Volkswirtschaft. Eine Migrantin bzw. ein Migrant ist jemand, der keine oder nicht von Geburt an die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.
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